Dienstag, 13. November 2007

Zur Gleichstellung der Geschlechter im Nahen Osten und Nordafrika

In keiner Region der Welt ist die geschlechterspezifische Ungleichheit so groß wie im Nahen Osten und Nordafrika. Dies geht aus dem Global Gender Gap Report 2007 hervor, der in der vergangenen Woche vom Weltwirtschaftsforum vorgestellt wurde. Der Bericht quantifiziert das Ausmaß der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in vier Hauptbereichen:
  • Wirtschaftliche Partizipation und Chancengleichheit
  • Bildungsniveau
  • Politische Teilhabe
  • Gesundheit und Lebenserwartung
"Der Index bewertet die Länder dahingehend, wie gut sie ihre jeweiligen Chancen und Ressourcen unter ihrer männlichen und weiblichen Bevölkerung aufteilen, unabhängig vom Gesamtniveau ihrer Ressourcen und Lebenschancen. Der Index benachteiligt also nicht jene Länder, die ein niedriges Gesamtniveau ihres Bildungswesens aufweisen. Vielmehr bekommen diejenigen Länder schlechte Noten, in denen die Bildungsressourcen zwischen Männern und Frauen ungleich verteilt sind.", erklärt Ricardo Hausmann, Direktor des Institute for International Development an der Harvard-Universität und einer der Autoren der Studie.

In zwei der vier untersuchten Hauptbereiche liegen der Nahe Osten und Nordafrika abgeschlagen auf dem letzten Platz unter den 8 Regionen, in welche die Autoren die 128 untersuchten Staaten einteilten. Hinsichtlich des Bildungsniveaus liegt das subsaharische Afrika noch hinter dem Nahen Osten, auf dem Feld der Gesundheit und Lebenserwartung bleiben sowohl Asien als auch das subsaharische Afrika hinter den arabophonen Staaten und dem Iran zurück.

Israel ist das Land in der Region, indem die Geschlechtergleichstellung am weitesten vorangeschritten ist. Der jüdische Staat liegt auf Platz 36 von 128 im Index erfassten Länder. Danach folgt mit großem Abstand Kuwait auf dem 96.Rang vor Tunesien, Syrien, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf den Plätzen 102 bis 105. Den Emiraten werden große Fortschritte bei der wirtschaftlichen Partizipation und der politischen Teilhabe der Frauen bescheinigt. Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern seien verringert worden. Ebenso wird der Einzug von neun Frauen ins Parlament positiv vermerkt.

Andere Staaten der Region stagnieren oder haben in den vergangenen 12 Monaten die Kluft zwischen den Geschlechtern vertieft. Im Falle Ägyptens (120.Platz) etwa sind die Werte in den Indizes für Bildungsniveau und Gesundheit gefallen, in Marokko (122) sind die Lohnunterschiede wieder größer geworden. Saudi-Arabien (124) ist noch immer ein Staat in dem Frauen ohne jede politische Teilhabe sind. Positiv werden hier lediglich "kleinere Verbesserungen" hinsichtlich der wirtschaftlichen Partzipation vermerkt. Den 128. und letzten Platz in der Rangliste nimmt Jemen ein. Insgesamt sind unter den 20 letztplatzierten Ländern, die im Global Gender Gap Report untersucht wurden, 9 Staaten aus Nordafrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten.

Kommentare:

Firas hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…

Fast in allen arabischen Länder gibt es keine Gesetzte, die im Wege der Entwicklung der Frauen stehen. Viel mehr sind es kulturelle und gesellschaftliche Hindernisse. Es gibt 3 Arten von Frauen: (1) nutzen was möglich ist, bilden sich aus, arbeiten und machen evtl. eine Karriere, (2) wollen was machen aber haben die notwendige männliche Zustimmung nicht und können dagegen wegen gesellschaftlichen und familiären Strafen nichts unternahmen, (3) sind faul und wollen nichts außer heiraten und das gewohnte häusliche und abhängige Leben fortsetzen und die Mutter-Rolle genießen. Lösung: Aufklärung der Männer und der Frauen, gesellschaftliche und kulturelle Wandel zur Gunsten der Frauen, Vorbilder schaffen, religiöse Unterstützung (so wie so dafür). Die besten, effektivsten und modernsten Frauen-Fördermaßnahmen versagen, wenn Vater, Ehermann, Bruder etc. nein sagt oder wenn die Motivation und Wille der Frauen nicht vorhanden sind. Firas Rifai: frifai@gmail.com

Firas hat gesagt…
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Firas hat gesagt…

Fast in allen arabischen Länder gibt es keine Gesetzte, die im Wege der Entwicklung der Frauen stehen. Viel mehr sind es kulturelle und gesellschaftliche Hindernisse. Es gibt 3 Arten von Frauen: (1) nutzen was möglich ist, bilden sich aus, arbeiten und machen evtl. eine Karriere, (2) wollen was machen aber haben die notwendige männliche Zustimmung nicht und können dagegen wegen gesellschaftlichen und familiären Strafen nichts unternahmen, (3) sind faul und wollen nichts außer heiraten und das gewohnte häusliche und abhängige Leben fortsetzen und die Mutter-Rolle genießen. Lösung: Aufklärung der Männer und der Frauen, gesellschaftliche und kulturelle Wandel zur Gunsten der Frauen, Vorbilder schaffen, religiöse Unterstützung (so wie so dafür). Die besten, effektivsten und modernsten Frauen-Fördermaßnahmen versagen, wenn Vater, Ehermann, Bruder etc. nein sagt oder wenn die Motivation und Wille der Frauen nicht vorhanden sind. Firas Rifai: frifai@gmail.com