Donnerstag, 29. November 2007

Ergebnisse der Annapolis-Konferenz

Palstinenserpräsident Mahmud Abbas und Ehud Olmert haben gestern nach sieben Jahren offiziell wieder Friedensverhandlungen aufgenommen. Das nächste Treffen ist für den 12.Dezember geplant, anschließend wollen sich die beiden Politiker alle 14 Tage treffen, so dass noch vor Ende des Jahres 2008 ein endgültiges Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern geschlossen werden soll.

Bis dahin liegt jedoch ein langer und steiniger Weg vor den Verhandlungspartnern. Die gemeinsame Erklärung von Israelis und Palästinensern, die unter Vermittlung der US-Regierung zu Stande kam geht über bloße Bekundungen des guten Willens und den Verweis auf die längst abgelaufene Roadmap kaum hinaus. Praktisch alle kritischen Fragen, die einer Lösung des Konflikts im Wege stehen bleiben unausgesprochen.

Eine mögliche Teilung Jerusalems, dessen arabischen Ostteil Israel 1980 annektierte und in dem die Palästinenser die Hauptstadt ihres zukünftigen Staates einrichten wollen, wurde aus Rücksicht auf Ehud Olmerts Koalitionspartner nicht in die Erklärung aufgenommen, die andernfalls mit dem sofortigen Rückzug aus der Regierung gedroht hatten.

Ebenso unklar bleibt der Umgang mit den israelischen Siedlungen im West-Jordanland, die das Land in dem der Palästinenserstaat entstehen soll durchschneiden und einen lebensfähigen Staat in der West Bank nach jetzigem Stand unmöglich machen. Damit einher geht die Frage nach dem zukünftigen Grenzverlauf zwischen dem jüdischen und dem arabischen Staat. Die von Israel in den letzten Jahren errichtete "Sperranlage" verläuft an vielen Stellen nicht entlang der Grenzen von 1967 sondern reicht weit in palästinensisches Territorium hinein. Von einem israelischen Rückzug aus den besetzten Gebieten ist in dem Statement nicht die Rede. Es gibt auch keinen Verweis auf die Arabische Friedensinitiative, in der die arabischen Staaten Israel die völkerrechtliche Anerkennung anbieten, wenn sich Israel im Gegenzug aus den besetzten Gebieten zurückzieht.

Auch zu der künftigen Verteilung des Wassers aus dem Jordan und dem See Genezareth, das für die Versorgung des Westjordanlandes mit Trinkwasser und für de Bewässerung der Felder unabdingbar ist, findet sich in der Erklärung nichts konkretes.

Gleiches gilt für die Frage des Rückkehrrechtes für die 1948 aus dem heutigen israelischen Staatsgebiet vertriebenen Palästinenser und ihre Nachkommen - insgesamt sind das heute etwa 4 Millionen Menschen. Sollten die Flüchtlinge das Recht bekommen in ihre Heimat zurückzukehren würde dies die demographischen Verhältnisse in Israel mittelfristig auf den Kopf stellen. Innerhalb weniger Jahrzehnte würden nicht-jüdische Araber die Mehrheit in Israel stellen.

All diese "Kernthemen" sollen nun in den Verhandlungsrunden im kommenden Jahr angegangen und geklärt werden. Damit stehen Olmert und Abbas heute praktisch an dem gleichen Punkt, an dem ihre mittlerweile ermordeten bzw. gestorbenen Amtsvorgänger Yitzhak Rabin und Yassir Arafat standen, als sie am 13.September 1993 ihre Prinzipienerklärung unterzeichneten. Auch damals sollten die ausstehenden Konfliktfelder durch spätere Verhandlungen geklärt werden - mit bekannten Ergebnis.

Etwas vielversprechender sieht die Bilanz hinsichtlich des syrisch-israelischen Konflikts über die Golanhöhen aus. So soll Syrien eine offizielle Einladung zur am 17.Dezember in Paris stattfindenden Konferenz erhalten haben, bei der um Finanzhilfen für den zukünftigen Palästinenserstaat debattiert werden soll. Für Anfang 2008 hat die russische Regierung ein Gipfeltreffen in Moskau terminiert, bei dem die Lösung des Golan-Konflikts im Mittelpunkt stehen soll. Details über mögliche Teilnehmer der Konferenz, die zwischen Februar und April stattfinden soll, liegen hierzu noch nicht vor.

Am Rande des Gipfels in Annapolis kam auch Bewegung in den Konflikt um die libanesischen Präsidentschaftswahl. Offenbar als Folge einer amerikanisch-syrischen Übereinkunft erklärten Vertreter der größten sunnitischen Partei im Libanon gestern ihre Bereitschaft, einer Verfassungsänderung zuzustimmen, die dem gegenwärtigen Armeechef Michel Sleiman den Weg zur Präsidentschaft freimacht. Der Name Sleimans wurde von der libanesischen Opposition mehrfach als Kompromisskandidat ins Spiel gebracht. Gleichwohl reagierten Vertreter der oppositionellen Hizbollah und der Amal-Bewegung gestern zunächst zurückhaltend auf das Angebot des Regierungslagers und machten ihr Votum von der Zustimmung ihres Favoriten auf die Präsidentschaft, Michel Aoun, abhängig.

Kommentare:

Ruth hat gesagt…

Und das Wort "Terror" kommt ueberhaupt nicht vor!

Anonym hat gesagt…

Was ist denn Eures Erachtens von dieser Konferenz zu halten? Alain Gresh bezeichnet sie als "Potemkinsches Dorf", das möglicherweise nur dazu diente, eine Front gegen den Iran zu schaffen. Ob das stimmt und ob es eine "Front" gibt (anscheinend kann Saudi-Arabien gar nicht so mitmachen, wie Bush hofft)...- sei dahingesetllt.
Von anderer Seite hört man Condoleeza Rice hätte eine Mini-Revolution gegen Cheney gestartet und sich vorerst durchgesetzt - ich wüsste nur nicht, in welchen Punkten.
Und was um Himmels Willen soll das für ein "Palästina" geben? Die Israelis weichen keinen Millimeter von ihren Forderungen / Siedlungen / Mauern etc. etc. zurück. Ist Abbas der Verräter, als der er gilt?!

Fragen über Fragen. Über erhellende Ansichten wäre ich froh.

C.Sydow hat gesagt…

Über Erfolg oder Misserfolg der Annapolis-Konferenz wird man wohl erst in einem Jahr urteilen können, wenn absehbar ist, ob die Verhandlungen zwischen Olmert und Abbas Früchte tragen. Auf jeden Fall ist es bis dahin noch ein weiter Weg, persönlich halte ich die Differenzen gerade bzgl. der Fragen zum Status Jerusalems oder der Siedlungen im Westjordnaland für zu groß als dass es hier binnen eines Jahres zu einer Einigung kommt.

In der Tat scheint sich aber mittlerweile herauszukristallisieren, dass es ein vorrangiges Ziel des Treffens war, die syrisch-iranische Allianz aufzubrechen. Inzwischen scheint man in den USA und Israel zu der Auffassung gelangt zu sein, dass ein Sturz Assads nur zu weiterer Instabilität im Nahen Oste führen würde. Gleichzeitig scheinen die USA bestrebt vor einem möglichen Schlag gegen den Iran diesen unter den arabischen Staaten vollends zu isolieren und damit das Bündnis zwischen Damaskus und Teheran aufzulösen, noch dazu da Syrien ein Nachbarstaat Israels ist.

Die Idee zur Annapolis-Konferenz kam aus dem State Department von Condoleezza Rice. Gerade Dick Cheney soll zuvor durch seinen Einfluss auf Bush eine neue US-Initiative zur Lösung des Nahos-Konflikts mehrfach hinausgezögert haben. Dazu passen auch jüngste Aussagen des ehemaligen Cheney-Beraters David Wurmser, der vor dem Treffen Rice für ihren Einsatz krtisiert hatte und erklärte, dass die Konflikte mit Iran, Nordkorea und Venzuela oder die Lage in Pakistan weitaus dringendere Probleme seien als der Palästina-Konflikt.

Aus Sicht der Hamas-Anhänger ist Abbas mit Sicherheit an Verräter, der sich einfach über das Votum der palästinensischen Wähler, die die Hamas an die Regierung gewählt hatten, hinwegsetzt. Aus Abbas´ Sicht hat er jedoch kaum eine andere Wahl. Um die Ordnung zumindest im Westjordanland aufrecht zu erhalten, ist Abbas maßgeblich auf Waffenlieferungen durch Israel und auch auf Militäroperationen der Israelis abhängig. Zudem hängt seine Autonomiebehörde am Finanztropf des Westens. Aus diesem Grund ist sein Verhandlungsspielraum momentan sehr begrenzt.

Ruth hat gesagt…

"Die Israelis weichen keinen Millimeter von ihren Forderungen / Siedlungen / Mauern etc. etc. zurück."

Israel weicht tatsaechlich keinen Millimeter von seinen Forderungen ab: Anerkennung als juedischer Staat und Ende der Feindseligkeiten.

Dass Israel bereit ist, auch Siedlungen zu raeumen, hat es bereits in Gaza unter Beweis gestellt. Und die Mauer wurde so spaet gebaut, dass sie nun wirklich nicht als grundlegendes Element isr. Politik dargestellt werden kann. Sie ist Mittel zum Zweck, Selbstmordattentate zu erschweren, wie die Checkpoints auch.

C., ich bin enttaeuscht, dass Du der voellig einseitigen Schuldzuweisung an Israel nichts entgegensetzt. Das hat ein Geschmaeckle...

Anonym hat gesagt…

5 Gegenfragen an Ruth:

1) Was hat es denn für ein "Geschmaeckle"?!

2) Hat Israel je Palästina anerkannt???

3) Was bedeutet die Anerkennung als jüdischer Staat - im Hinblick auf die palästinensischen Israelis?

4) Weshalb ragt der stellenweise acht Meter hohe "Sperrzaun" so weit in palästinensisches Gebiet? Schützt man sich so besser vor den Selbstmordattentätern?

5) Was könnte es sein, dass junge Menschen dazu treibt, sich selbst in die Luft zu jagen?

Ruth hat gesagt…

Auf 1) antworte ich vorlaeufig nicht.
2) Welcher Staat Palaestina konnte bisher anerkannt werden? Das pal. Volk mit seinen nationalen Bestrebungen wurde spaetestens durch Oslo 1993 anerkannt.
3) Was bedeutet die Eigendefinition als muslimische Einheit fuer die Christen in der PA?
4) Je nach Terrain ist die Gruene Linie nicht geeignet.
5) Ich warte gespannt auf die ueblichen Argumente...

Zu dem Thema habe ich in meinem Blog schon oefters nachgedacht.

http://beer7.wordpress.com/2007/06/06/steinewerfer-ii-und-der-mythos-vom-pal-widerstand/
Daraus zitiert:

Offensichtlich sind schlechte Lebensbedingungen und Diskriminierung keine ausreichenden Faktoren fuer diese Art Gewalt.

Wie ist der Mythos dennoch entstanden? Dazu kann ich natuerlich nur spekulieren und das sind meine Ergebnisse:

Eine Praemisse des heute weithin geltenden Menschenbilds (oft mit “links-progessiv” identifiziert) ist, dass Menschen in ihrer psychischen Grundstruktur so gut wie identisch sind. Diese Praemisse habe ich auch bei Grossman und Oz identifiziert. Wenn nun Menschen mehr oder weniger identisch ticken, dann muss moeglich sein, von sich auf andere zu schliessen, sich in jemand hineinzuversetzen und auf diese Weise seine Motive zu verstehen.

Ein “links-progressiver” Mensch, der versucht, auf diese Weise die Motive eines Selbstmordattentaeters zu verstehen, kann nur eine einzige Emotion finden, die ihn in solcher Weise handeln liesse: Auswegslose Verzweiflung. Dieses Motiv wird Terroristen untergeschoben, weil andere Erklaerungen mit dieser Praemisse nicht vereinbar sind.

Die Praemisse ist mE falsch. Ich habe schon oft zu Dr. Sanity, Kohuts Theorien zu Narzissmus usw. verlinkt: Hier noch einmal ein kleiner Ausschnitt:

From a psychological perspective then, the freedom and empowerment of women in society are absolutely critical because they are responsible for the earliest environmental influences on children–influences that will impact the child throughout his or her life. If the society has little respect for women and regularly demonizes, debases or humiliates them, it will have a profound generational impact.

(…)

A culture that is viciously misogynistic creates both men and women who are severely dysfunctional in almost every sphere of human activity.

Ich bin eigentlich zuversichtlich, dass keiner meiner Leser mich nun als Rassistin beschimpfen wird (und das spricht fuer Bloggen und gegen Foren!), aber vorsichtshalber noch die Anmerkung. Solche psychischen Strukturen haben nichts mit dem genetischen Set-up von Menschen zu tun. Sie sind kulturell erworben.

C.Sydow hat gesagt…

Die palästinensische Autonomiebehörde hat Israel als jüdischen Staat längst anerkannt.

Natürlich wird Israel, sollte es zu einem Friedensschluss mit der PA kommen, einzelne Siedlungen in der West Bank räumen. Aber glaubst du wirklich, dass ale Siedlungen geräumt werden, darunter Städte wie Ma'ale Aduminm oder Ariel?

Wie die israelische Politik die Situation in der West Bank verändert hat, darüber gibt diese interaktive Karte des "Guardian" Aufschluss: http://www.guardian.co.uk/flash/page/0,,2088220,00.html

Zu Frage des Terrors: Seit Monaten halten sich die al-Aqsa-Brigaden der Fatah an einen Waffenstillstand, ein Terroranschlag ging in dieser Zeit nicht aus dem von der PA kontrollierten Gebiet aus. Nach jetzigem Stand fehlen der Fatah aber schlicht die Mittel um gegen militante Gruppen, wie etwa der Hamas dauerhaft erfolgreich zu sein. Abbas politisches Überleben ist vorrangig von Israel und den USA abhängig.

Anonym hat gesagt…

Das habe ich gerade auf dem Blog von Joshua Landis entdeckt, gepostet am 30. November. Leider kann ich das Bild vom "Spaß auf dem Golan" nicht kopieren. Es lohnt sich daher unbedingt, es sich selbst anzusehen. Hier der Text:

"IsraeliGuy, a frequent commenter on SC, reminds us that the notion of Syria getting the Golan back is wildly unpopular in Israel, where the region's wines, skiing, and happy life-style have become a much-loved feature of Israeli life. Clinging to the Golan in Israel is not just about security, it is life-style. Israelis just want to have fun.


Here are the poll findings:

Golan is a brand representing affordable, young, quality wines providing excellent value for money.

“On the question of Syria, 62 percent said Israel should engage in talks with its foe, while 35 percent opposed.

But 69 percent said they opposed Israel giving up the Golan Heights plateau — captured from Syria in 1967 and demanded back by Damascus in any peace deal — in return for full peace, with only 28 percent supporting the move.”

http://www.joshualandis.com/blog/

Ruth hat gesagt…

C. Sydow,

und warum betonen dann hohe PA-Funktionaere wie Abbas und Erekat staendig das Gegenteil?!

"From a historical perspective, there are two states: Israel and Palestine. In Israel, there are Jews and others living there. This we are willing to recognize, nothing else," Abbas told reporters in Saudi Arabia.

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1195546775369&pagename=JPost/JPArticle/ShowFull


Saeb Erekat, chief negotiator for the Palestine Liberation Organization, rejected on Monday the government's demand that the Palestinians recognize Israel as a Jewish state.

In an interview with Israel Radio, Erekat said that "no state in the world connects its national identity to a religious identity."

http://www.haaretz.com/hasen/spages/923076.html

Deine Angabe zu den Al-Aksa-Brigaden ist falsch:

Erst vor 10 Tagen bekannte sich Al-Aksa zum Attentat, bei dem Ido Zoldan getoetet wurde.

http://www.israelnationalnews.com/News/Flash.aspx/136766

Ruth hat gesagt…

C. Sydow,

ich habe mir die Karte des Guardian angesehen. Grundsaetzlich wuerde ich den Guardian nicht als vertrauenswuerdige Quelle betrachten. Aber auch wenn ich die Karte ohne jede Ueberpruefung akzeptiere, belegt sie Deine Aussage, die Westbank wuerde zerschnitten, nicht.

Ruth hat gesagt…

Anonymos

Der abupte Themenwechsel, wenn einem die Argumente ausgehen...

Anonym hat gesagt…

An C. Sydow:

Diese Klärung wär mir wichtig:

Die PA hat Israels Existenzrecht anerkannt (x-mal). Die Hamas hat, soweit ich mich erinnere, 2-mal Israel innerhalb der Grenzen von 1967 anerkannt, was einer impliziten Existenzrechtsanerkennung gleichkommt.

ABER: dass Israel als JÜDISCHER Staat anerkannt werden soll, ist doch neu, oder?!

Ich habe es so von Gresh verstanden:
http://blog.mondediplo.net/-Nouvelles-d-Orient-
(Letztes Posting)

Auch in Counterpunch wird es so dargelegt:

"Requiring recognition of Israel as a "Jewish state." The Palestinians are required to formally recognize the state of Israel. They did so already in 1988 when they accepted the two-state solution, at the outset of the Oslo process and repeatedly over the past two decades. Now comes a fresh demand: that before any negotiations they recognize Israel as a Jewish state. Not only does that introduce an entirely new element that Israel knows the Palestinians will not accept, but it prejudices the equal status of Palestinian citizens of Israel, a full 20 per cent of the Israeli population. This leads the way to transfer, to ethnic cleansing. Tzipi Livni, Israel's foreign minister, recently told a press conference that the future of Israel's Arab citizens is in a future Palestinian state, not in Israel itself."

http://www.counterpunch.org/halper11272007.html

Anonym hat gesagt…

Kurze und letzte Erwiderung auf Ruth:

- Sie unterstellen "Geschmaekles", auf die Sie bei näherer Nachfrage doch nicht eingehen möchten...

- ...und Sie bereiten sich "gespannt auf die üblichen Argumente" vor - sind aber unzufrieden, wenn gar keine Erwiderung folgt.

Watten' nun?!!

Könnte es sein, dass mir Ihre Antworten als gar nicht erwiderungswürdig erscheinen?!
Ehrlich gesagt, las ich Ihre Erwiderung Wort für Wort nur bis zu Ihrer Antwort auf Frage 2. Ab da war mir klar: Mit soviel geschichts- und vor allem MENSCHENverachtender Gesinnung möchte ich nichts zu tun haben.

C.Sydow hat gesagt…

Ja ruth, die Tatsache, dass Israel als JÜDISCHER staat anerkannt werden soll, ist zumindest für mich neu.

Die Frage ist, welche Folgen daraus abgeleitet werden sollen. Ich kann und will mir nicht ernsthaft vorstellen, dass Israel damit den Transfer der etwa 1,5 Millionen arabischen Israelis auf das Gebiet des künftigen Palästinenserstaates durchsetzen will.

Wenn die Rechte der arabischen nicht-jüdischen Israelis gewahrt bleiben, sehe ich in diesem Problem ein eher nachrangiges Konfliktfeld auf dem Weg zu einem Friedensabkommen.

ruth hat gesagt…

C. Sydow,

die Anerkennung als juedischer Staat ist natuerlich als Massnahme gegen das sog. Rueckkehrrecht gemeint. Wenn Israel das Recht hat, als juedischer Staat zu existieren, kann nicht gleichzeitig verlangt werden, es mit nicht-juedischen Buergern vollzupumpen.

Die Vorstellung von Hamas (aber auch Fatah) usw. waere, dass zunaechst ein Staat Palaestina geschaffen wird, dass dann der Staat Israel demographisch uebernommen wird und das als Endprodukt ein Staat Palaestina in den Grenzen des Mandatgebiets vor 1922 (soll heissen einschliesslich Jordaniens) steht.

Aus naheliegenden Gruenden kann sich Israel mit dieser Idee nicht anfreunden.

Uebrigens hat sich inzwischen herausgestellt, dass die Moerder von Ido Zoldan nicht nur zu den Al-Aksa-Brigaden gehoeren, sondern PA Polizisten sind. Das wurde vor dem Annapolisgipfel verheimlicht...

Ruth hat gesagt…

anonym

Den Counterpunch als ernsthafte Quelle anzubieten!

Die Unzufriedenheit mit der ausbleibenden Antwort, obwohl ich die Argumente zu kennen glaube, haengt damit zusammen, dass ich gern noch ein paar Daten mehr haette, bevor ich Ihre Hausnummer nenne.

Ruth hat gesagt…

Hier noch der Link zur Ermordung von Ido Zoldan:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3478282,00.html

Daraus zitiert:

The IDF arrested members of a cell responsible for the murder of Ido Zoldan two weeks ago close to the northern West Bank settlement of Kedumim, it was cleared for publication on Sunday.

According to army officials, the arrested men are Palestinian policemen from the nearby village of Qadum.

(...)

shual hat gesagt…

According to army officials

Wir haben hier in der "Metropolregion" in der Regel etwa ein Dutzend Fälle in denen Polizisten Verbrechen begehen. Zweitens hat "es" sich nciht heraus gestellt, sondern die PA hat einen der Täter verhaftet, worauf hin die IDF am nächsten Tag die beiden anderen verhaftet hat.

Derzeit häufen sich die Fälle in denen die Sicherheitsstrukturen besser ineinander greifen und insofern geht die recht plumpe "PA hat einen Siedler umgebracht"-Propaganda in den vielen zum Großteil erfolglosen Versuchen unter "negative Stimmung" zu verbreiten unter.

Wenn man dabei mal an "Früher" denkt, was bei Konferenzen an Anschlägen los war...

Ruth hat gesagt…

Das ist symptomatisch. Nicht-Israelis moechten zu gern an die baldige Loesung des Nahostkonflikts glauben. Alles, was nicht ins Wunschbild passt, verbreitet nur stoerende Stimmung. Israelis, die nach den Osloerfahrungen vorsichtiger geworden sind, stoeren die Stimmung.

Von da ist es nicht mehr weit, einfach die Israelis als Stoerung zu empfinden. Und wenn dann Israel zur Stoerung geworden ist, koennen froehlich auch Staaten wie Syrien, Iran und Organisationen wie Hamas und Hisbollah eingebunden werden. So gross sind die ideologischen Unterschiede ja nicht mehr...

Ruth hat gesagt…

Woher soll eigentlich die Information stammen, die PA habe sich irgendwie bei der Verhaftung beteiligt? Ich kann keine Quelle finden.

Das ist auch charakteristisch. Selber gar keine Belege fuer Behauptungen anbieten, aber die Quellen anderer grundsaetzlich als unglaubwuerdig ablehnen.

shual hat gesagt…

"acting on intelligence" JPost.

Man hat Ihnen nicht nur das Auto präsentiert, sondern auch den Aufenthaltsort der Delinquenten, die auf den "operator" warteten, der den Palästinensern in Nablus in die Fänge ging. "Rekordzeitverhaftung"

Da die Angelegenheit für die PA sehr unbequem ist hat man für das schnelle Handeln den Erfolg dem Shin Beth überlassen [Story gedreht... die Investigation habe ergeben, das ein Operator..., dieser sei erst am 02.12. verhaftet worden"] und gleichzeitig die Annapolis-Konferenz nicht gestört.

Seitdem läuft Hussein al-Sheikh mit einem Erfolg nach dem anderen durch die Gegend... denn wer brav ist darf auch Erfolge haben.

QUELLEN ist im Übrigen gut... Die JPost war gestern zu blöd um den Namen einer israelischen Firma den sie falsch geschrieben hatte zu ändern. Ich bin derzeit bei israelischen Tageszeitungen öfters als "Quellenanpasser" gefragt als mir lieb ist.

Ruth hat gesagt…

Du spinnst ja einfach:

"acting on intelligence" heisst mit hoechster Wahrscheinlichkeit, dass ein sog. Kollaborateur den Tip gegeben hat.

Wenn es irgendeine Kooperation mit der PA gegeben haette, waere das an die grosse Glocke gehaengt worden. Schliesslich will Olmert uns Annapolis ja verkaufen.

shual hat gesagt…

Ich geb Dir noch einen Tipp.

Am 24.10.07 hat die Al-Bashaer Army ein drive-by-shooting....

Trittbrettfahrer haben die überhaupt nicht gerne.

PS: Da ist doch Olmert gar nicht zuständig. Barak und die liasion-officer undund... und Barak zu unterstellen er habe ein sonderliches Interesse an einem erfolgreichen Gipfel gehabt...

ruth hat gesagt…

Deine Kaffeesatzleserei willst Du mir allen Erntes als Analyse anbieten?!

Ich habe Dir sschon viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet.

shual hat gesagt…

Nana, weshalb denn die schlechte Laune hier?

Deinen Medienbericht von ynet kannst Du sowieso vergessen. Wer soll denn bitte der "Sprecher" der Al-Aqsa gewesen sein? Die Bashaer-Army hat sehr bekannte Sprecher, die Pressekonferenzen einberufen. Hingegen nach dem Anschlag auf Zoltan ["A group calling themselves the Al-Bashaer Army"] wurde von den palästinensischen Medien stark bezweifelt das diese Gruppe dahinter steckt. Das zitierte Bekennerschreiben wurde bei ynet einfach von dem Schreiben zum 24.10.07 kopiert, veröffentlicht wurde es bei den Palästinensern nirgends, weil es keins gab.

Mehr noch. "Verheimlicht"? Wer hat etwas verheimlicht? "Israeli forces seized six Palestinians in an ongoing incursion in the northern West Bank town of Kufur Qadum, near the city of Qalqilia on Tuesday 20.10.. Earlier on Tuesday, another resident was abducted by Israeli forces in the same town." Also neben Kfar Kadum wird ein Israeli erschossen. Am nächsten Tag... Wen könnten die da gesucht haben? Und wie oft gingen sie danach noch hin? Hmmmmm? Und ist das jetzt meine Schuld? Meine Schuld, das den israelischen Medien das peinlich ist, wenn die IDFler im Ort rumtrampeln? Meine Schuld das die Medien zu blöd sind nachzufragen, ob sie die Mörder gefangen haben, oder etwa gar sich bis zum 03.12. ZENSIEREN lassen?

Wie auch immer. Sie haben die Mörder und die PA den "Operator". Daran ändert auch der ganze Zensur- und Propagandaquatsch nichts.