Samstag, 6. März 2010

Saudi-Arabien: Ein Königreich im Wandel?

Liebe Leserinnen und Leser,


gestattet uns ein wenig Werbung in eigener Sache zu betreiben. Im Folgenden soll ein Band über dynamische, interne Prozesse in Saudi-Arabien vorgestellt werden, zu dem ich mit einem Aufsatz zur Situation der schiitischen Minderheit im Königreich beigetragen habe.


Mit dem Königreich Saudi-Arabien werden die meisten einige wenige Schlagwörter verbinden: Etwa den vermeintlich unendlichen Reichtum, der auf den weltweit größten bekannten Ölreserven beruht.  Oder die scheinbar unmenschliche Unterdrückung der Frau durch ein ohnehin autoritäres System. Schließlich das Königreich als Hort eines gewaltbereiten islamischen Fundamentalismus, nicht von ungefähr waren die Attentäter vom 11. September überwiegend Saudis.

Die Realität stellt sich differenzierter dar: Die Autorinnen und Autoren des Bands setzen sich mit innergesellschaftlichen Debatten und Veränderungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur auseinander, die in den hießigen Medien gerne übersehen beziehungsweise ausschließlich negativ wahrgenommen werden. Beispielsweise nimmt sich Julia Clauß "Literarischen Grenzgängen" in Form des neuen saudischen Romans an. Philipp Dehnes und Larissa Schmids Beiträge beschäftigen sich dagegen auf unvoreingenommene Weise mit der saudische Geschlechterpolitik und der Situation von Arbeitsmigranten. Schließlich werden aktuelle politische Debatten in Saudi-Arabien aufgegriffen: Exemplarisch sei auf Frauke Drewes Aufsatz verwiesen, der das Refrompotential des Nationalen Dialogforums untersucht. 

In den kommenden Wochen werden einige Autorinnen und Autoren ihr Thema auf Alsharq vorstellen. Hier gehts zum Inhaltsverzeichnis. 

"Saudi-Arabien: Ein Königreich im Wandel?" ist in wenigen Wochen im Handel erhältlich. Heraususgeberin ist Ulrike Freitag, Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin und Leiterin des Zentrums Moderner Orient in Berlin.

Kommentare:

Ulrich hat gesagt…

Klingt sehr interessant und bin schon mal gespannt. Über die Medien kriegt man ja fast nichts über verschiedene gesellschaftliche Prozesse in Saudi Arabien mit. Dabei wäre es ganz interessant zu wissen, ob sich da was tut und was sich tut. Denn das wird Auswirkungen für die nächsten Jahrzehnte haben, insbesondere in Bezug auf den Islam.

Anonym hat gesagt…

Klingt wirklich interessant. Die Frage ist, ob die Autorinnen auch wirklich in Saudi Arabien waren und wo sie dort frei recherchieren konnten?
Jedenfalls freue ich mich schon auf das Buch.

Christoph Dinkelaker hat gesagt…

@Anonym: Die AutorInnen waren tatsächlich in Saudi-Arabien, wenn auch überwiegend für einen recht kurzen Zeitraum.

Wie frei recherchiert werden konnte, hing vor allem vom Thema ab. Bezüglich meines Aufsatzes (Schiitische Minderheit im Königreich) habe ich ohne das Wissen der saudischen Regierung geforscht.

In Kürze werde ich in diesem Beitrag das Inhaltsverzeichnis des Bands verlinken.

Herzliche Grüße

Anonym hat gesagt…

@Christoph;Danke fuer die ehrliche Antwort.
Etwas anderes haette ich auch nicht geglaubt.
Herzliche Gruesse aus KSA zurueck.

Jannis hat gesagt…

Ich komme gerade aus Saudi-Arabien zurück und war wirklich erstaunt, wie frei man dort recherchieren kann. Sicher wird's irgendwann irgendwo Grenzen geben, bei großen Umfragen und so. Aber es ist nicht so, dass man auf Tritt und Schritt von der Geheimpolizei verfolgt wird...
Jannis

simone hat gesagt…

@Jannis: Darf ich fragen, was und wo Sie recherchiert haben?
Und was macht Sie so sicher, dass Sie nicht von der Geheimpolizei observiert wurden?
Viele Gruesse

Christoph Dinkelaker hat gesagt…

Hier könnt Ihr ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis werfen:
http://www.welte-tours.com/Inhaltsverzeichnis.pdf

Anonym hat gesagt…

In der Literaturbeilage der SZ vom 5. Okotober findet sich eine weitere Rezension.