Dienstag, 14. November 2006

Tut was für Darfur, Berliner!

Der erste kleine Schritt ist getan: Berlin hat seit ein paar Tagen eine Darfur Gruppe Berlin. Wir wissen, dass Sie das gut finden. Wir wollen aber, dass Sie diese Gruppe unterstützen! (Hiergeblieben! Wir sagen Ihnen sofort, was Sie tun können!)

Erstes Ziel dieser Gruppe:

- eine Abendveranstaltung zum Thema (mit Referenten, die genau wissen, wovon sie reden)

- eine Kundgebung/ Demonstration am nächsten Nachmittag, wenn möglich zum nächsten Day for Darfur, damit die Geschichte im internationalen Kontext mehr Gewicht hat.

Eine Forderung ist klar: ausreichend Blauhelme mit ausreichend robustem Mandat um die Menschen in Darfur zu schützen. Darüber hinaus möchten wir aber auch einfach gegen die Gleichgültigkeit demonstrieren, möchten an die aus verständlichen Gründen gern geleugnete gegenwärtige Realität und an den Völkermord in Ruanda erinnern - und wir möchten Raphael Lemkins Traum einer Welt ohne Genozide träumen.

Es sei hier angemerkt, dass wir bei diesem Thema möglichst viele Menschen auf die Strasse bekommen möchten und der Aufruf also einen kleinsten gemeinsamen Nenner formulieren wird. Ob Sie die Grünen oder die CSU wählen, ob Sie Springer oder die Jungle World lesen, auf dieser Demonstration sollen uns alle Demokraten willkommen sein! Es geht nicht um "links" oder "rechts" - es geht um Darfur.

Nun ist es aber so, dass wir diese Sache entweder richtig oder gar nicht machen werden. Das bedeutet, dass dies alles auch von Ihnen abhängt: Ja, genau Sie sind gemeint! Nicht ihr Nachbar! (Und wenn Sie selbst nichts machen können, können Sie wenigstens diesen Text in eine Mail kopieren und diese an Berliner Freunde schicken)

Wir suchen noch:

- Menschen, die einfach mal kleine Arbeiten übernehmen: plakatieren, Flugblätter verteilen etc., sehr wichtig! Und wenns nur ein paar Stündchen sind, die Sie mal investieren!

- Menschen, die bei der Organisation helfen (schon etwas stressiger, aber wichtig, denken Sie darüber nach!)

- Menschen, die uns gute Kontakte vermitteln

- Journalisten, Blogger etc. die für die Sache werben können!

Das nächste Treffen ist am Donnerstag, dem 23. 11. in Berlin. Wo genau erfahren Sie hier:
holmesmicha[at]googlemail.com

Kommentare:

Atlantiker hat gesagt…

Mal was Positives aus der Arabischen Welt in Sachen Darfur:
Darfur : Appeal from intellectuals of the Arab world
(...) Those signing this appeal protest against the silence of the Arab world on this Issue. They appeal to the acting members of civil society and of the political sphere to put pressure on their governments and regional organizations to persuade them to take a clear stand on a ceasefire in Darfur and to force the Sudanese government to find a peaceful outcome to the conflict, respectful of the rights of the population of Darfur.
http://www.manifeste.org/article.php3?id_article=365


"Eine Forderung ist klar: ausreichend Blauhelme mit ausreichend robustem Mandat um die Menschen in Darfur zu schützen."

Das Mandat gibt es doch schon. Nur hat bisher keiner Lust das Mandat ohne die Zustimmung in Khartoum umzusetzen.

Ich nehme mal an, dass Ihr fordert, ohne Zustimmung des Regimes in Khartoum einzumarschieren. Okay.

Damit Eure Aktion Erfolg hat, solltet Ihr m.E. möglichst genaue Forderungen haben. Und so klar finde ich die bisher genannte Forderung nicht.
Wieviele Blauhelme sind denn notwendig?
Wer soll denn die Blauhelme stellen?
Wie lange sollen sie in Darfur bleiben?
Was sollen sie machen? Flüchtlingscamps bewachen oder Janjaweed entwaffnen?
Und wie sollen die Friedensverhandlungen wieder in Gang gebracht werden?

Guter Wille, aber kein richtiger langfristiger Plan wäre schlecht für Darfur:

"There is no civil war so bad that it cannot be made worse by the intervention of liberals and luvvies."
http://commentisfree.guardian.co.uk/brendan_oneill/2006/09/darfur_damned_by_western_pity.html

Okay, ich will nicht zu negativ sein. Ich finde es sehr lobenswert, dass Ihr Euch für Darfur einsetzt. Ich werde die Aktion auf unserem Blog unterstützen, wenn sie etwas weiter fortgeschritten ist (klarere Forderungen), denn m.E. ist nicht so sehr Gleichgültigkeit das Problem, sondern Hoffnungslosigkeit/Pessimismus/Skepsis etc. Ich denke, den vielen Menschen ist Darfur nicht egal, sondern sie wissen nicht, wie geholfen werden kann. Das Regime in Khartoum warnte vor einer Entwicklung wie im Irak bei einem Einmarsch und dann machten sich viele in die Hose und sind noch stärker dagegen, deutsche Soldaten zu entsenden. Um das zu ändern, braucht Ihr einen Plan für die Blauhelme.
Mir fällt auch kein möglicher Referent ein, der einen solchen Plan hätte.

Das einzige was mir einfällt: Diese Kampagne zum Boykott der olympischen Spiele in China wiederbeleben: Wenn Beijing sich nicht für Darfur einsetzt, dann boykottieren wir die Spiele 2008.

Die Chinesen messen der Olympiade große Bedeutung bei. Symbole sind wichtig. Daher wäre die Drohung mit einem Boykott vielleicht einen Versuch wert.

Fritzfernando hat gesagt…

Warum hilft die internationale Brandstiftungs-Feuerwehr nicht der rechtmässigen Regierung dort Ordnung zu schaffen sondern den verschiedenen Rebellengruppen die das Chaos schaffen aus dem das Elend entsteht. Eine schmutzige Politik des neuen westlichen Faschismus zu Lasten der menschen die entwurzelt werden und dann in Flüchlingslager gelockt werden, die ständig neuen Nachschub an Rebellenkämpfern liefern. Sudan ist wegen seines Ölreichtums ein erlockender Kuchen den man zerteilen will, im Süden gibt es schon Verträge zwischen der Bundesrepublik und Rebellen, über die Ausplünderung der Ölressourcen.

Das ist dich alles nicht mehr normal, solche gigantischen humanitäre Katastrophen zu inszenieren, um dann dort sich an den Bodenschätzen und Ölvorkommen zu bedienen.