Posts mit dem Label Fußball werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fußball werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 19. Oktober 2012

Das falsche Spiel mit Sanktionen



Ein Kommentar von Helen Staude

Die EU verschärft die Sanktionen gegen den Iran, betroffen sind auch iranische Nachrichtensender. Eutelsat schaltete 19 Sender ab, sie  können in Europa nicht mehr empfangen werden. Der Iran antwortete prompt und stört den Empfang europäischer Sender. Europa ist außer sich.


Am Dienstag war Länderspieltag, WM-Qualifikationen für Brasilien 2014 fanden weltweit statt. Vor den Fernsehern saßen gebannte Fans, feuerten ihre Teams an. Während die Deutschen im Spiel gegen die Schweden ab der 60-Minute nur wenig zu lachen hatten, war es für den Iran ein denkwürdiger Tag. Das Team Melli schlug Gruppenerster Südkorea zu Hause mit 1:0. Trainer Carlos Queiroz kam der Sieg gerade Recht, stand er seit Wochen nach der historischen Niederlage gegen den Libanon in herber Kritik. Umso mehr lobte er nach Abpfiff die Leistung seiner Spieler. „Die Spieler verdienen einen dicken Glückwusch, jeder von ihnen hat die nötige Leistung gezeigt“, sagte der Trainer. Weiter bedankte er sich bei all den Fans für die großartige Unterstützung und bat diese auch für das Spiel gegen Usbekistan fortzusetzen.

Dienstag, 18. September 2012

Wenn Fußball Geschichte schreibt: Historischer Sieg des Libanon gegen Iran

Der Libanon hat das Unmögliche möglich gemacht und schlägt den Iran mit 1:0. Damit ist die Mannschaft von Trainer Theo Bücker der Weltmeisterschaft in Brasilien einen großen Schritt näher gekommen. Eine Teilnahme wäre eine Sensation. Eine Fotostrecke von Björn Zimprich

Die iranische Nationalmannschaft betritt siegessicher den Rasen. 


Montag, 10. September 2012

Libanon gegen Australien: Stimmung aus der Dose

Von Björn Zimprich

Zur Einstimmung auf das morgige WM-Qualifikationspiel der libanesischen Nationalmannschaft hier der Spielbericht des Freundschaftsspiels gegen  Australien. 

Freitag, 31. August 2012

Fußball in Ägypten: Zurück zur Normalität

Sieben Monate mussten die Fußballfans in Ägypten vor den Toren der Stadien bleiben. Vergangene Woche verkündete der ägyptische Fußballverband, erstmals wieder Fans  bei einem Spiel zuzulassen. Morgen spielt Zamalek endlich wieder vor Publikum.


Dienstag, 14. August 2012

»Ich bin ein Zauberer!«

Unter dem deutschen Trainer Theo Bücker hat die Nationalmannschaft des Libanon erstmals die Chance, sich für die WM 2014 zu qualifizieren. Helen Staude sprach mit Bücker über nervige Verbandsfunktionäre und zu wenig Schlaf. Ein Gastbeitrag von Nahost Fußball.

 

Interview: Helen Staude / Fotos: Björn Zimprich

Dienstag, 17. Juli 2012

Südsudan - Warten auf den ersten Sieg

Der Südsudan ist nicht nur der jüngste Staat der Welt, er hat auch den jüngsten Fußballverband. Ein Jahr nach der Staatsgründung wurde viel erreicht. Mitgliedschaft in CAF und FIFA konnten gefeiert werden. Nur ein Erfolg lässt noch auf sich warten: der erste Sieg der Nationalmannschaft. 
Ein Gast-Beitrag von Nahost Fußball. Von Björn Zimprich

Sonntag, 1. April 2012

Die Prinz vom Golf


Mit dem Zuschlag für die WM 2022 ist in Katar das Fußballfieber ausgebrochen. Das Emirat möchte jetzt auch seine Frauen-Nationalmannschaft stärken. Dabei soll eine deutsche Frauenfußball-Legende helfen.

Montag, 13. Dezember 2010

Trikotwerbung beim FC Barcelona: Zwischen Katar und Katalonien

Nach 111 Jahren bricht der FC Barcelona mit einer Tradition. Die Qatar Foundation zahlt 170 Millionen Euro um für fünf Jahre auf dem Trikot der Katalanen zu werben. In Spanien ist die Aufregung groß, einige befürchten Werbung für Islamisten

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Entscheidung für Katar 2022: FIFA setzt WM in den Sand

Die Sensation ist perfekt: Katar ist Gastgeber der Fußball-WM 2022. Das Land punktete mit einer emotionalen Bewerbung und versteht sich als Vertreter der gesamten Arabischen Welt. Doch in den nächsten zwölf Jahren liegen gewaltige Aufgaben vor dem Golfemirat

Samstag, 7. August 2010

Beiruter Flaggenstreit - Hakenkreuze auf Schwarz - Rot - Gold

von Tahereh Matejko und Björn Zimprich

Nieder mit Schwarz-Rot-Gold! Da sind sich Berliner Autonome und die Deutsche Botschaft im Libanon erstaunlicherweise einig. Der Unterschied: Im Libanon wurde der Flaggenstreit durch einen Zusatz auf dem nationalen Symbol ausgelöst: dem Hakenkreuz. Ein Nachtrag zur WM im Libanon

weiterlesen

Freitag, 2. Juli 2010

Fußball-WM in Beirut: »Al-Mannschaft« und die brasilianische Braut

Die Fußball-Giganten der Libanesen sind noch dabei. Deutschland und Brasilien stehen im Viertelfinale der WM. Ernste Konkurrenz im Kampf um die Herzen der Beiruter Fans droht nur noch von Argentinien. Die arabische Werbeindustrie greift die Fan-Rivalität auf ganz spezielle Weise auf

weiterlesen

Montag, 28. Juni 2010

WM-Fieber im Libanon - Trauermärsche und Siegesfeiern

Die Fußball-WM geht mit dem Beginn der K.O.-Runden in die entscheidende Phase. Mit der steigenden Brisanz der Spiele steigt auch das WM-Fieber bei den fußball-verrückten Libanesen. Dazu hier einige Fotos aus Beirut und Tripoli:

Nach dem Ausscheiden der Squadra Azzurra wird in Beirut der italienische Fußball symbolisch zu Grabe getragen.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Zeit, dass sich was dreht: WM-Fieber im Libanon

Liebe LeserInnen,


das Warten hat ein Ende. Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika hat begonnen. Ob mit Vuvuzela oder in Flaggen gehüllt: weltweit fiebern Fußball-Fans bei den Spielen ihrer Nationalmannschaften mit – auch im Nahen Osten. Zwar ist mit Algerien nur ein arabisches Land bei dem Vier-Jahres-Showdown dabei, trotzdem ist die Begeisterung am Fußball von Aleppo bis Alexandria, Beirut bis Beer’Sheva riesengroß. Deshalb begleitet Alsharq die WM mit Texten und Bildern. Den Anfang macht der Libanon.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Fußball-WM 2022 - Katar will den Kick

Am 2. Dezember 2010 entscheidet das FIFA-Exekutivkomittee über die Vergabe der Fußballweltmeisterschaften 2018 und 2022. Mit Katar bewirbt sich erstmals ein Land aus dem Nahen Osten um die Ausrichtung des weltgrößten Fußballturniers. 2022 will das Emirat WM-Gastgeber sein.

Donnerstag, 19. November 2009

Algerien - Ägypten 1:0 - Eine Presseschau

Algerien reist als einziges arabisches Land zur Fußballweltmeisterschaft 2010 nach Südafrika. Im Entscheidungsspiel gewann die Nationalmannschaft gestern Abend gegen Ägypten in Khartoum/Omdurman mit 1:0. Das Siegtor erzielte der für den VfL Bochum spielende Antar Yahia in der 40. Minute mit einem Marco van Basten-Gedächtnistreffer.

Im Vorfeld des Spiels im Sudan kochten die Emotionen in Algerien und Ägypten hoch. Vor der letzten Partie beider Mannschaften in Kairo am vergangenen Samstag wurde der Mannschaftsbus der Algerier angegriffen, mehrere Spieler wurden verletzt. Nach dem Sieg der Ägypter griffen Randalierer in Algier die Vertretungen mehrer ägyptischer Unternehmen an. Die Außenminister beider Staaten riefen jeweils die Botschafter in Kairo und Algier zu Gesprächen zu sich. In den Medien beider Staaten wurde das Entscheidungsspiel in Khartum im Vorfeld zum „Harb al-Mundial“, dem „Krieg der Weltmeisterschaft“ hochstilisert.

Montag, 29. Juni 2009

Kickende Opposition - Verwirrung um Mahdavikia und Co

Bis vor wenigen Wochen waren iranische Bundesligalegionäre lediglich eingefleischten Fußballfans in Deutschland ein Begriff. Durch die Geschehnisse im Zuge der gefälschten Wahlen im Iran tauchten Namen wie Mehdi Mahdavikia nun auch im Politikteil mancher Zeitung auf

weiterlesen

Donnerstag, 12. März 2009

Ägyptens Ultras im Visier von Medien und Staatssicherheit

Seit Jahrzehnten sind sie aus den Fankurven in Italien und Frankreich nicht mehr wegzudenken und auch in Deutschlands Fußballstadien sind sie mittlerweile tonangebend: "Ultras" - Fußballfans, die ihren Verein besonders fanatisch unterstützen, u.a. mit Choreographien, bengalischen Feuern und einstudierten Dauergesängen. Daneben nehmen sie oftmals eine kritische Haltung gegenüber ihrer Vereinsführung ein.

Vor knapp zwei Jahren haben sich auch unter den Fans der beiden größten ägyptischen Vereine Zamalek und al-Ahly Kairo Ultragruppierungen gebildet. Seit Januar sind nun die "Ultras Ahlawy" ins Visier der Staatssicherheit und der Medien geraten. Jetzt wollen sie sich gerichtlich dagegen wehren und haben Anzeige gegen einen ägyptischen Fernsehmoderator eingereicht, von dem sie sich beleidigt und bedroht fühlen.


Anfang Januar musste al-Ahlys Auswärtsspiel in Ismailia mehrfach unterbrochen werden, da von den Zuschauern immer wieder Leuchtraketen aufs Spielfeld gefeuert wurden. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Besondere Aufmerksamkeit erlangten die Ereignisse durch Ahmed Shobeir. Shobeir war selbst lange Jahre Torwart bei al-Ahly Kairo, stand für sein Nationalteam bei der WM 1990 zwischen den Pfosten und ist heute Parlamentsabgeordneter für die regierende Nationaldemokratische Partei. Nebenbei moderiert er auf dem TV-Kanal "al-Hayat" die bekannte Fernsehsendung "Fußball mit Shobeir".

In seiner TV-Show am 9. Januar machte Shobeir die Ultras Ahlawy für die Ausschreitungen in Ismailia verantwortlich. Ihre Mitglieder seien Homosexuelle, Drogenabhängige und vom Islam abgefallen, erklärte der ehemalige Nationaltorwart. Der Fußballverband solle "mit eiserner Faust" gegen die Fans vorgehen, forderte Shobeir.

Parallel dazu ging die Staatssicherheit vor dem Stadtderby zwischen Ahly und Zamalek Kairo massiv gegen die Ultras Ahlawy vor. Ihre Treffpunkte wurden gestürmt, etwa 100 Fans festgenommen und erst nach dem Spiel wieder freigelassen. Das Spiel selbst fand und großen Sicherheitsvorkehrungen statt.

In den Wochen danach schaukelte sich die Auseinandersetzung zwischen Ultras und Shobeir weiter hoch. Die Fans beschuldigten den Politiker er selbst habe ihre Gruppe in der Vergangenheit dafür bezahlt andere Leute mit ihren Gesängen anzugreifen. Shubeir legte mit weiteren Anschuldigungen nach und warf den Ultras vor, sie wollten versuchen Ägyptens Qualifikation für die Fußball-WM 2010 zu verhindern.



In der letzten Woche reagierten die Ultras Ahlawy mit einem offiziellen Schreiben an den Innenminister und den Parlamentspräsidenten. Darin erklärten sie, die Ausschreitungen beim Spiel in Ismailia seien nicht von ihren Mitgliedern ausgegangen. Ihre Gruppe bestehe nicht aus Ganoven und Militanten. Sie verwiesen darauf, dass die Ahly-Fans im vergangenen Jahr vom afrikanischen Fußballverband als beste Fangruppe des Kontinents ausgezeichnet wurden. Außerdem haben sie Ahmed Shobeir wegen Beleidigung und übler Nachrede angezeigt und fordern die Aufhebung seiner Immunität. Anzeigen gegen die Chefs von Shobeirs TV-Sender al-Hayat werden derzeit noch geprüft.

Ägyptens Medien verfolgen die Entwicklungen ebenso aufmerksam wie voreingenommen. Dabei überrascht, dass in einer Gesellschaft die von religiösen Extremisten bedroht wird Fußballfans mit Nazis verglichen und als Gefahr für den ägyptischen Staat betrachtet werden.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Marokko: "Gott, Vaterland, Barca" - 18 Monate Haft

Der marokkanische Schüler Yassine Belassal ist zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, weil er König Mohammed VI beleidigt haben soll. Sein Vergehen: Er änderte den an die Schultafel geschriebenen Wahlspruch des Landes "Gott, Vaterland, König" in "Gott, Vaterland, Barca".

Der Fußballfan wollte auf diese Weise seine Liebe zum FC Barcelona zum Ausdruck bringen, ging dabei nach Ansicht des Gerichts zu weit. Der Vorfall ereignete sich an einer Schule in Ait Ourir, einem kleinen Ort in der Nähe von Marrakech. Die Schuldirektion meldete den Vorfall und ein Gericht in Marrakech verurteilte den Schüler der Abschlussklasse zu 18 Monaten Haft. Derzeit sitzt Yassine Belassal im Gefängnis Boulamharez.

Für den morgigen Mittwoch ist ein Berufungsverfahren angesetzt worden. FC Barcelonas Präsident Joan Laporta hat nun die Rechtsanwältin Magda Oranich eingeschaltet. Sie soll nun mit der marokkanischen Botschaft in Spanien klären ob und in welcher Form dem Jungen geholfen werden kann.

Jede Form der Beleidigung oder Herabsetzung der Königsfamilie wird in Marokko streng geahndet. Vor einigen Monaten wurde ein junger Mann zu 3 Jahren Haft verurteilt, weil er auf Facebook ein falsches Profil von einem Bruder des Königs erstellt hatte. Dann wurde der Blogger Mohamed Erraji zu 2 Jahren Haft verurteilt, weil er in einem Online-Artikel die Politik des Königs kritisiert hatte. Beide Männer wurden jedoch später begnadigt beziehungsweise in Berufungsverfahren freigesprochen.

Der Vater des Schülers, Haj Mohamed Belassal, hat Marokkos König gebeten auch seinen Sohn zu begnadigen. Die Leidenschaft für den katalanischen Fußballclub sei mit Yassine, der selbst mehrere nationale Meistertitel als Karateka gesammelt hat, durchgegangen. Außerdem erklärte der besorgte Vater: "Ich würde nicht zögern mein Leben für meinen König zu opfern."

Sonntag, 26. Oktober 2008

Heimspiel für Palästina

Die Fußball-Nationalmannschaft Palästinas trägt heute zum ersten Mal ein Spiel auf heimischem Boden aus. Im neu renovierten Faisal Husseini Stadion in Ram, einer Kleinstadt zwischen Jerusalem und Ramallah trifft das Team von Trainer Izzat Hamza auf Jordanien.

FIFA-Präsident Sepp Blatter wird das Stadion mit einem Kunstrasenplatz und 6500 Plätzen heute Abend offiziell einweihen. Für den palästinensischen Fußballverband bedeutet ist das heutige Freundschaftsspiel ein historisches Ereignis. Seitdem die Palästinenser vor 10 Jahren in den Fußballweltverband aufgenommen wurden, mussten sie sämtliche Heimspiele auswärts - entweder in Jordanien oder in Qatar -  austragen, da es in den palästinensischen Gebieten bislang kein Fußballstadion gab, das die FIFA-Kriterien erfüllte.

Der Großteil der Kosten für den Stadionbau in Ram wurde vom Ausland getragen. Jeweils eine Million US-Dollar gaben der König von Saudi-Arabien und der Kronprinz von Abu Dhabi. 800000 US-Dollar steuerte die FIFA bei, 500000 Dollar kamen aus Frankreich eine weitere Viertelmilion gab der Olaympische Rat Asiens.

Dennoch verliefen die Vorbereitungen des ersten Heimspiels für die palästinensische Elf nicht ohne Schwierigkeiten. Im Aufgebot stehen Spieler aus dem Westjordanland, Jerusalem, Gaza und Chile. Bei sechs Fußballern aus Gaza, unter ihnen Kapitän Saeb Jundiyeh, war es bis zum Sonntag unklar ob sie zum Spiel anreisen dürfen. Für die Ausreise aus Gaza benötigen sie die Zustimmung der israelischen Behörden.   

Unter sportlichen Gesichtspunkten dürfte die Gäste aus Jordanien als Favoriten in die Partie gehen. Das Team um Kapitän Hatem Aqal liegt in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 112, die Palästinenser rangieren auf Platz 180 unter den 207 Mitgliedsverbänden.

Mittwoch, 23. April 2008

Die Bundesliga im arabischen Fernsehen

Der arabische Fernsehzuschauer kann aus einer Vielzahl von Sportprogrammen wählen, die die Spiele der großen europäischen Fußballligen live übertragen. Die Champions League und die englische Premier League werden vom Pay TV - Sender ART Sports übertragen, al-Jazeeras Sportkanäle zeigen die italienische Serie A, die spanische Primera Division sowie den DFB-Pokal und die Bundesliga wird von Dubai Sports via Hotbird und Nilesat in die arabischen Wohnzimmer und Kaffeehäuser übertragen.

An einigen Wochenenden ist es daher möglich sowohl das Freitagsspiel, als auch die Top-Partie des Samstags und ein Sonntagsspiel live irgendwo zwischen Algier und Abu Dhabi am Fernseher zu verfolgen. Tatsächlich sieht die Realität oft so aus, dass am Freitag Abend ein Spiel aus der Liga der Emirate gezeigt wird und am Samstag Nachmittag die Bundesliga zugunsten eines Pferde- oder Kamelrennens in Dubai aus dem Programm genommen wird. Eine Sonntagspartie wird hingegen immer gezeigt.

Die Berichterstattung beginnt meistens eine halbe Stunde vor Anpfiff mit dem "Bundesliga-Studio". In einem Fernsehstudio sitzen ein junger Moderator, sowie der Bundesliga-Experte Captain Fuad. Grundsätzlich wird im arabischen Fernsehen jeder ehemalige Fußballer, der heute die Spiele analysiert, als Captain angeredet. Captain Fuad ist etwa 50 Jahre alt, hat einen fein gestutzten Oberlippenbart und trägt das traditionelle Gewand der Golfstaaten, einen weißen Thawb mit einer rot-weißen Kuffiya. Während des Bundesliga-Studios werden noch einmal die Tore des letzten Spieltages gezeigt und Captain Fuad gibt seine Einschätzung darüber, was vom bevorstehenden Spiel zu erwarten ist.

Erst unmittelbar vor dem Anpfiff, nicht selten auch eine gute Minute nach dem Anstoß, übergibt der Moderator an den Kommentator und die Übertragung des eigentlichen Spiels beginnt. Der Kommentator selbst sitzt auch im klimatisierten Studio in Dubai, weshalb es schon einmal vorkommt, dass sich der Mann im falschen Stadion oder in der falschen Stadt wähnt.

Arabische Fernsehkommentatoren arbeiten wie Radiokommentatoren in Europa, das heißt es wird pausenlos und ohne Unterbrechung geredet und fast bei jedem Pass wird der Name des Spielers, der sich gerade in Ballbesitz befindet, genannt. Ist der Spieler das erste Mal am Ball werden zudem Alter, Größe, Gewicht, Anzahl der absolvierten Bundesligapiele, der Tore und mögliche Länderspiele genannt, manchmal kommt noch der Geburtsort hinzu.

Außerdem scheint auf verschlungenen Wegen die legendäre "ran-Datenbank" in den Besitz von Dubai Sports gelangt zu sein. So kommt es vor, dass bei eher langweiligen Spielen der Kommentator unvermittelt und ohne jeden Zusammenhang zum Geschehen auf dem Rasen anfängt, die Rekordspieler der Bundesliga, angefangen bei Karl-Heinz Körbel zu dozieren, so geschehen vor ein paar Wochen bei der Partie Hertha BSC - MSV Duisburg.

In der Halbzeitpause und nach dem Spiel analysiert Captain Fuad dann die Partie und scheut dabei weder vor harscher Kritik noch davor zurück, binnen weniger Tage seine Meinung um 180 Grad zu ändern. Nach der Partie Werder Bremen - Schalke 04 wähnte er Kevin Kuranyi noch in einer tiefen Krise, nach dessen vier Toren gegen Cottbus erklärte Captain Fuad, Kuranyi habe eindrucksvoll bewiesen, dass er der derzeit beste deutsche Stürmer sei, der unbedingt ins Aufgebot von "al-Mannschaft", also des Nationalteams gehöre.

Anders als beim Fernsehduo Netzer-Delling kommen der arabische Moderator und sein Experte ohne Frotzeleien aus. Der Moderator dient als bloßer Stichwortgeber für Captain Fuad und lauscht ansonsten andächtig den Analysen des Ex-Fußballers ohne Widerworte zu geben.

Anders als bei Übertragungen der arabischen Ligen verzichten die Bundesligakommentatoren nach Toren darauf, selbige mit einem lang gezogenen "Goooooooooooooal" zu feiern als hätten die Vereinigten Arabischen Emirate gerade das entscheidende Tor im WM-Finale erzielt.

Die Namen von Fußballern mit muslimischem Hintergrund, die aus der Türkei oder anderen nicht-arabischen Ländern stammen, werden von den Kommentatoren kurzerhand arabisiert. Aus Werder Bremens Mesut Özil, wird der arabische Mas'ud, sein ivorischer Teamkollege Boubacar Sanogo zu Abu Bakr. Bayerns Mittelfeldstar Mehmet Scholl wurde bis zu seinem Rücktritt 2007 von den arabischen Fußballkommentatoren stets als Muhammad Scholl gefeiert.