Es sind bedrückende Bilder, die Mohammad Miro und Zine Homburger gemacht haben. Es sind Bilder des Leidens und des Elends, die im Flüchtlingslager Domez in Irakisch-Kurdistan entstanden sind, das zur Zeit die "Heimat" für mehr als 18.000 Opfer des syrischen Bürgerkrieges darstellt.
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Montag, 24. September 2012
Mittwoch, 9. Mai 2012
Nuri al-Maliki und die „Rettung der irakischen Kultur“
Ein Beitrag von Ansar Jasim
Eigentlich ist es nur eine Säule. Doch diese Stele, beschrieben mit Keilschrift, der uralten Schrift, Völker des Nahen Ostens schon 3000 v. Chr. benutzt haben, spielt dieser Tage eine wichtige Rolle im Prozess des Nation-Building im Irak. Vor etwa zwei Wochen lüftete die irakische Regierung in Bagdad und Umgebung insgesamt fünf Skulpturen. Eine von Ihnen trägt den bedeutungsschweren Titel „Rettung der irakischen Kultur“. Die Rettung der irakischen Kultur wird durch besagte Säule, welche angebrochen ist und nur noch durch einen mehrhändigen starken Mann gehalten wird, symbolisiert. Die unterschiedlichen Hände sollen für die verschiedenen Zivilisationen stehen, aus denen der Irak entstanden ist.
Eigentlich ist es nur eine Säule. Doch diese Stele, beschrieben mit Keilschrift, der uralten Schrift, Völker des Nahen Ostens schon 3000 v. Chr. benutzt haben, spielt dieser Tage eine wichtige Rolle im Prozess des Nation-Building im Irak. Vor etwa zwei Wochen lüftete die irakische Regierung in Bagdad und Umgebung insgesamt fünf Skulpturen. Eine von Ihnen trägt den bedeutungsschweren Titel „Rettung der irakischen Kultur“. Die Rettung der irakischen Kultur wird durch besagte Säule, welche angebrochen ist und nur noch durch einen mehrhändigen starken Mann gehalten wird, symbolisiert. Die unterschiedlichen Hände sollen für die verschiedenen Zivilisationen stehen, aus denen der Irak entstanden ist.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Kommentierte Materialsammlung: 10 Jahre 11. September - Teil 3
Der Irak-Krieg 2003
Hintergrund
Schon wenige Wochen nach den Anschlägen vom 11. September – die Taliban in Kabul waren gerade gestürzt worden – ließ US-Präsident George W Bush keinen Zweifel daran, dass er schon bald einen weiteren islamischen Staat ins Visier nehmen würde: den Irak.
Hintergrund
Schon wenige Wochen nach den Anschlägen vom 11. September – die Taliban in Kabul waren gerade gestürzt worden – ließ US-Präsident George W Bush keinen Zweifel daran, dass er schon bald einen weiteren islamischen Staat ins Visier nehmen würde: den Irak.
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Politische Krise im Irak – Malikis Machtspiele
Wenige Tage nach dem Abzug der letzten US-Kampftruppen aus dem Irak holt Regierungschef Nuri al-Maliki zum Schlag gegen politische Konkurrenten aus. Mit fragwürdigen Methoden will er seine sunnitischen Rivalen diskreditieren und gefährdet damit die Zukunft des Landes.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Die irakische Syrienpolitik – Stabilität statt Revolution
Seit acht Monaten versuchen die syrischen Sicherheitskräfte die Massenproteste gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu zerschlagen – ohne Erfolg. Während das repressive Vorgehen des Regimes eine Gewaltspirale auslöst, wird es für das Ausland immer schwieriger, eine Parteinahme in dem Konflikt zu vermeiden. Im vergangenen Monat hat sich schließlich auch die Arabische Liga gegen Assad gestellt. Als letzter der großen Nachbarn hält jetzt nur noch der Irak an seiner Neutralität fest. In Bagdad sieht man dafür gute Gründe. Ein Beitrag von Hauke Feickert
Dienstag, 21. Juni 2011
Ex-PKK-Kämpfer im Exil: Zwischenstation Irak
Was macht ein ehemaliger kurdischer Guerilla-Kämpfer, der die Berge verlassen hat? – ein Portrait. Aus dem Nordirak berichtet Naomi Conrad.
Donnerstag, 28. April 2011
»Die machen es wie Saddam Hussein!«
Von Naomi Conrad
Die Kurdenprovinzen im Nordirak gelten als sicher und stabil. Aber auch dort unterdrücken die regierenden Parteien Jugendproteste mit Gewalt – acht Tote gab es schon. Auf Hilfe aus dem Ausland hoffen die Demonstranten kaum.
Die Kurdenprovinzen im Nordirak gelten als sicher und stabil. Aber auch dort unterdrücken die regierenden Parteien Jugendproteste mit Gewalt – acht Tote gab es schon. Auf Hilfe aus dem Ausland hoffen die Demonstranten kaum.
Donnerstag, 18. November 2010
Neue Regierung im Irak - Bleibt alles anders
Lange hat es gedauert und wirklich zufrieden ist keiner der Beteiligten, aber immerhin hat der Irak acht Monate nach den Wahlen eine neue Regierung. Doch die gegenseitige Blockade nach libanesischem Vorbild wird das Land auch in Zukunft prägen – auf Kosten dringend benötigter Sachpolitik
Sonntag, 7. November 2010
Nahost-Synode des Vatikans: Tage des Donners
Der Nahe Osten ist die Wiege des Christentums. Heute kämpft die Minderheit um ihr Überleben –das Attentat in Bagdad ist da nur der jüngste grausame Zwischenfall in der Region. Der wachsende Einfluss radikaler Islamisten, der Irakkrieg und der israelisch-palästinensische Konflikt hat viele von ihnen zur Auswanderung bewegt. Nun hat der Vatikan eine Nahost-Synode abgehalten – mit einer erstaunlich deutlichen Botschaft an deren Ende.
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Presseschau zu den Wikileaks-Enthüllungen: „Wir haben aufgehört uns aufzuregen“
In der vergangenen Woche veröffentlichte die Internetplattform Wikileaks knapp 400.000 geheime Dokumente über den Krieg im Irak aus den Jahren 2004 bis 2009. Darin wird enthüllt, dass seit dem Sturz Saddams mehr als 100.000 Iraker gewaltsam ums Leben gekommen sind, der Großteil von ihnen Zivilisten. Die Protokolle aus dem Pentagon belegen zudem schwere Misshandlungen und Folterungen irakischer Bürger durch Sicherheitskräfte. In der arabischen Presse sind die Enthüllungen seither zwar das bestimmende Thema, ernsthaft überrascht über das geschilderte Ausmaß der Gewalt im Irak zeigt sich fast keiner der Kommentatoren.
Donnerstag, 8. Juli 2010
»Der Mardscha’, der uns zum Morgen führte«
Von Christoph Sydow und Celine Serhal
Die libanesischen Kommentarspalten widmen sich dem Tod Muhammad Hussain Fadlallahs. Sie würdigen seine Rolle im interreligiösen Dialog und im Widerstand gegen Israel. Irakische Kommentatoren sehen im Tod des Großayatollahs vor allem einen Verlust für die intellektuelle Originalität und Pluralität der schiitischen Gelehrsamkeit
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Die libanesischen Kommentarspalten widmen sich dem Tod Muhammad Hussain Fadlallahs. Sie würdigen seine Rolle im interreligiösen Dialog und im Widerstand gegen Israel. Irakische Kommentatoren sehen im Tod des Großayatollahs vor allem einen Verlust für die intellektuelle Originalität und Pluralität der schiitischen Gelehrsamkeit
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Samstag, 17. April 2010
Die Parlamentswahlen im Irak: Eine Analyse
Am 7. März wählte der Irak ein neues Parlament. Die Auszählung der Stimmen zog sich über Wochen hin, dann stand fest: Wahlsieger ist die Iraqiyya-Liste, angeführt vom ehemaligen Premierminister, dem Schiiten Iyad Allawi. Sein Bündnis errang zwei Mandate mehr als die Rechtsstaatsliste des amtierenden Regierungschefs Nuri al-Maliki. Die drittmeisten Stimmen konnte die Nationale Irakische Allianz, ein Bündnis des Schiitenpredigers Muqtada al-Sadr und des Obersten Islamischen Rates im Irak, verbuchen. Bis zur Bildung einer stabilen Regierung und der Vereidigung eines neuen Premiers dürften noch einige Wochen vergehen und gegenwärtig scheint noch vollkommen offen, wer die Regierung künftig führen wird. Aus diesem Grund soll der Fokus unserer Analyse zunächst auf das Wahlergebnis und mögliche Gründe für das Abschneiden der einzelnen Listen bei den Wahlen gerichtet sein.
Freitag, 12. März 2010
Analyse zu den Wahlen im Irak
Von Christiane Thier
Die knapp 19 Millionen Iraker, die am vergangenen Sonntag aufgerufen waren, ein neues Parlament zu wählen, trotzten den schweren Anschlägen, die seit dem Mittwoch vor der Wahl das Land erschütterten. Mit einer Wahlbeteiligung von ca. 65% stimmte das irakische Volk über die 325 zu vergebenen Parlamentssitze ab. Die Wähler hatten im Vorfeld die Aufgabe, unter 6000 Kandidaten ihren Favoriten zu bestimmen und diesen dann über offene Listen am Sonntag zu wählen. Das schafft Transparenz und gibt der irakischen Bevölkerung die Möglichkeit, einzelne Kandidaten die für die Vertretung der eigenen Interessen am geeignetsten erscheinen zu wählen, nicht bloß Parteien als „Gesamtpaket“. Die Machtpositionen einzelner Parteiführer sollten geschwächt werden. Durch das System der proportionalen Repräsentation können nun auch religiöse Minderheiten auf einen parlamentarischen Einzug hoffen. Ihnen wurden acht Mandate garantiert. Die zweiten Parlamentswahlen seit dem Sturz des Saddam-Regimes, gleichzeitig die letzte Wahl vor dem Abzug der US-amerikanischen Truppen, waren ein Test für den Irak.
Die knapp 19 Millionen Iraker, die am vergangenen Sonntag aufgerufen waren, ein neues Parlament zu wählen, trotzten den schweren Anschlägen, die seit dem Mittwoch vor der Wahl das Land erschütterten. Mit einer Wahlbeteiligung von ca. 65% stimmte das irakische Volk über die 325 zu vergebenen Parlamentssitze ab. Die Wähler hatten im Vorfeld die Aufgabe, unter 6000 Kandidaten ihren Favoriten zu bestimmen und diesen dann über offene Listen am Sonntag zu wählen. Das schafft Transparenz und gibt der irakischen Bevölkerung die Möglichkeit, einzelne Kandidaten die für die Vertretung der eigenen Interessen am geeignetsten erscheinen zu wählen, nicht bloß Parteien als „Gesamtpaket“. Die Machtpositionen einzelner Parteiführer sollten geschwächt werden. Durch das System der proportionalen Repräsentation können nun auch religiöse Minderheiten auf einen parlamentarischen Einzug hoffen. Ihnen wurden acht Mandate garantiert. Die zweiten Parlamentswahlen seit dem Sturz des Saddam-Regimes, gleichzeitig die letzte Wahl vor dem Abzug der US-amerikanischen Truppen, waren ein Test für den Irak.
Donnerstag, 4. März 2010
Vor der Parlamentswahl im Irak
An diesem Sonntag, dem 07. März sind knapp 19 Millionen Iraker aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Bei den dritten Parlamentswahlen seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 werden insgesamt 325 Abgeordnete gewählt. Aller Voraussicht nach sind diese Parlamentswahlen zugleich die letzten vor dem Abzug der amerikanischen Kampftruppen aus dem Irak. Die Wahlen erfolgen auf der Grundlage eines reformierten Wahlgesetzes, über das es im Vorfeld erhitzte Diskussionen gab, die zu einer Verlegung des ursprünglich für Januar geplanten Urnengangs geführt hatten. Neu ist zum Einen die Zahl der Abgeordneten - 325 statt 275. Neu ist zum zweiten die Tatsache, dass mit Ausnahme der kurdischen Allianz alle großen Parteien mit offenen Listen antreten, das heißt, dass der Wähler anders als etwa mit der Zweitstimme in Deutschland Einfluss darauf nehmen kann, welcher Kandidat unabhängig von seinem Listenplatz ins Parlament gewählt wird. Eine weitere Neuerung ist, dass religiösen Minderheiten insgesamt acht Mandate garantiert werden – fünf davon gehen an irakische Christen und je eines an Mandäer, Schabak und Jesiden. Kriegsflüchtlinge und Exiliraker können in 16 Staaten ihre Stimme abgeben.
Dienstag, 23. Februar 2010
Auf den Schienen der Geschichte
Die türkisch-irakische Annäherung nimmt Gestalt an. Auf den Schienen der legendären Bagdadbahn fuhr am 18. Februar 2010 seit Jahrzehnten der erste Zug zwischen beiden Ländern. Die Wiederbelebung der Strecke spiegelt ihre bewegte Geschichte - und dient doch handfesten ökonomischen Zwecken
Mittwoch, 26. August 2009
Quo vadis Irak?
Eine schwere Anschlagsserie erschüttert den Irak. Kommentatoren halten den Abzug der US-Armee bis 2011 für immer unwahrscheinlicher und Minister-präsident Nuri al-Maliki droht bei den Parlamentswahlen im Januar 2010 eine schwere Niederlage
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Sonntag, 9. August 2009
Bares für konfessionelle Mischehe im Irak
Liebe Leser,
hier ein Beitrag von Natalia Gorzawski, die in Zukunft unser alsharq-Team bereichern wird, zu konfessionellen Mischehen im Irak.
hier ein Beitrag von Natalia Gorzawski, die in Zukunft unser alsharq-Team bereichern wird, zu konfessionellen Mischehen im Irak.
Es scheint fast so, als habe die irakische Regierung ihren Glauben an die friedensstiftende Kraft der Liebe entdeckt. Im Kampf gegen die religiös motivierte Gewalt soll eine Hochzeitsprämie für schiitisch-sunnitische Mischehen zur Beilegung des Konfliktes beitragen weiterlesen
Montag, 27. Juli 2009
Wahlen in Kurdistan: Opposition erzielt Achtungserfolg
Knapp zwei Tage nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in den kurdischen Autonomiegebieten des Irak liegen erste vorläufige Ergebnisse vor.
Demnach wurde Masoud Barzani mit etwa 70% im Präsidentenamt bestätigt. Im Gegensatz zu 2005 wurde der Präsident direkt, und nicht vom Parlament gewählt. Sein einzig ernst zunehmender Herausforderer, der in London lebende Akademiker Kamal Mirawdeli, kam aber immerhin auf 23%, obwohl er seine Kandidatur erst Ende Mai bekannt gegeben und praktisch keinen Wahlkampf führen konnte.
Bei den Parlamentswahlen verzeichnete die IHEC (Iraq's Independent High Electoral Commission) eine Beteiligung von mindestens 80%. Zwar konnte die vereinigte Liste der beiden großen Parteien KDP und PUK knapp 60% der kurdischen Stimmen auf sich vereinen, musste jedoch herbe Verluste einstecken. 2005 hatte die "Kurdistani List" von Masoud Barzani und Jalal Talabani mit einem Ergebnis von 90% einen ungefährdeten Sieg eingefahren.
2009 wurde die Dominanz von KDP und PUK jedoch ernsthaft von dem PUK-Abtrünnling Navshirwan Mustafa herausgefordert. Mustafas "Gorran"-Liste kam auf ca. 25% und wird im neuen kurdischen Regionalparlament somit stärkste Oppositionskraft, nach eigenen Angaben rechnet die Partei mit 28 Sitzen im 111-köpfigen Parlament. Die "Kurdistani List" wird demnach 55 Sitze erhalten - dazu kommen wohl 11 Vertreter der turkmenischen, armenischen und christlichen Minderheiten, die traditionell mit Barzani alliiert sind. Auf immerhin 12% kam die vereinigte "Service and Reform List" von vier kleineren linken und islamistischen Parteien, u.a. die "Islamic Union of Kurdistan", die 2005 noch zusammen mit Barzani und Talabani angetreten war, und die "Islamic Group in Kurdistan", deren Führer Ali Bapir 2003-2005 von den Amerikanern inhaftiert worden war.
Innerhalb der drei kurdischen Regionen Erbil, Dahuk und Sulaimaniye gab es teilweise beträchtliche Unterschiede in der Stimmenverteilung. Besonders in Sulaymanie, traditionell die Hochburg der PUK, scheint sich die Unzufriedenheit mit der Politik des Talabani-Clans in Stimmen für die abtrünnige "Gorran"-Liste umzuschlagen. Während die "Kurdistani"-Liste in Barzanis Stammregion Erbil 64% und in Dahuk gar 79% einfuhr, musste sie sich in Sulaymanie mit 35% geschlagen geben. Mustafas "Gorran"-Liste konnte dort knapp 50% der Stimmen auf sich vereinen. Auch bei den Präsidentschaftswahlen fiel Sulaymanie aus der Reihe und ist die einzige der drei Regionen, in denen Masoud Barzani sich geschlagen geben musste.
Das amtliche Endergebnis wird für den 28.Juli erwartet. Größere Unregelmäßigkeiten wurden bisher weder von der IHEC, noch von den knapp 350 ausländischen Wahlbeobachtern überliefert - obgleich sich diese in erster Linie im Vorfeld der Wahl abgespielt hatten. Noch nicht ausgezählt seien laut IHEC die Stimmen der Polizei- und Armeekräfte, die Loyalität der Peschmerga gilt aber eher Barzani und Talabani und könnte das Endergebnis noch etwas zu deren Gunsten ändern.
Dennoch wird sich die Koalition aus KDP und PUK in den nächsten Jahren einer Opposition gegenüber sehen, die mit insgesamt knapp 40% stärker ist, als in vielen anderen Parlamenten der Region und durch die Wahlen mit noch mehr Selbstbewusstsein nach außen treten wird.
Demnach wurde Masoud Barzani mit etwa 70% im Präsidentenamt bestätigt. Im Gegensatz zu 2005 wurde der Präsident direkt, und nicht vom Parlament gewählt. Sein einzig ernst zunehmender Herausforderer, der in London lebende Akademiker Kamal Mirawdeli, kam aber immerhin auf 23%, obwohl er seine Kandidatur erst Ende Mai bekannt gegeben und praktisch keinen Wahlkampf führen konnte.
Bei den Parlamentswahlen verzeichnete die IHEC (Iraq's Independent High Electoral Commission) eine Beteiligung von mindestens 80%. Zwar konnte die vereinigte Liste der beiden großen Parteien KDP und PUK knapp 60% der kurdischen Stimmen auf sich vereinen, musste jedoch herbe Verluste einstecken. 2005 hatte die "Kurdistani List" von Masoud Barzani und Jalal Talabani mit einem Ergebnis von 90% einen ungefährdeten Sieg eingefahren.
2009 wurde die Dominanz von KDP und PUK jedoch ernsthaft von dem PUK-Abtrünnling Navshirwan Mustafa herausgefordert. Mustafas "Gorran"-Liste kam auf ca. 25% und wird im neuen kurdischen Regionalparlament somit stärkste Oppositionskraft, nach eigenen Angaben rechnet die Partei mit 28 Sitzen im 111-köpfigen Parlament. Die "Kurdistani List" wird demnach 55 Sitze erhalten - dazu kommen wohl 11 Vertreter der turkmenischen, armenischen und christlichen Minderheiten, die traditionell mit Barzani alliiert sind. Auf immerhin 12% kam die vereinigte "Service and Reform List" von vier kleineren linken und islamistischen Parteien, u.a. die "Islamic Union of Kurdistan", die 2005 noch zusammen mit Barzani und Talabani angetreten war, und die "Islamic Group in Kurdistan", deren Führer Ali Bapir 2003-2005 von den Amerikanern inhaftiert worden war.
Innerhalb der drei kurdischen Regionen Erbil, Dahuk und Sulaimaniye gab es teilweise beträchtliche Unterschiede in der Stimmenverteilung. Besonders in Sulaymanie, traditionell die Hochburg der PUK, scheint sich die Unzufriedenheit mit der Politik des Talabani-Clans in Stimmen für die abtrünnige "Gorran"-Liste umzuschlagen. Während die "Kurdistani"-Liste in Barzanis Stammregion Erbil 64% und in Dahuk gar 79% einfuhr, musste sie sich in Sulaymanie mit 35% geschlagen geben. Mustafas "Gorran"-Liste konnte dort knapp 50% der Stimmen auf sich vereinen. Auch bei den Präsidentschaftswahlen fiel Sulaymanie aus der Reihe und ist die einzige der drei Regionen, in denen Masoud Barzani sich geschlagen geben musste.
Das amtliche Endergebnis wird für den 28.Juli erwartet. Größere Unregelmäßigkeiten wurden bisher weder von der IHEC, noch von den knapp 350 ausländischen Wahlbeobachtern überliefert - obgleich sich diese in erster Linie im Vorfeld der Wahl abgespielt hatten. Noch nicht ausgezählt seien laut IHEC die Stimmen der Polizei- und Armeekräfte, die Loyalität der Peschmerga gilt aber eher Barzani und Talabani und könnte das Endergebnis noch etwas zu deren Gunsten ändern.
Dennoch wird sich die Koalition aus KDP und PUK in den nächsten Jahren einer Opposition gegenüber sehen, die mit insgesamt knapp 40% stärker ist, als in vielen anderen Parlamenten der Region und durch die Wahlen mit noch mehr Selbstbewusstsein nach außen treten wird.
Dienstag, 21. Juli 2009
Waltz with Bashar - Moqtada al-Sadr in Damaskus
Der irakische Kleriker Moqtada al-Sadr ist nach zwei Jahren aus der Versenkung aufgetaucht. Bei einem Treffen zwischen dem Anführer der Mahdi-Armee und dem syrischen Präsidenten al-Assad wurde nun die Zukunft für einen Irak nach der amerikanischen Besatzung erörtert
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Montag, 20. Juli 2009
Wahlen in Kurdistan: Erfolgsstory vor der Zerreißprobe?
Kaum bemerkt stehen im Nahen Osten wieder Wahlen an: Knapp 2,5 Millionen kurdische Iraker sind am 25. Juli aufgerufen, ein neues Regionalparlament zu wählen. Der seit Juni laufende Wahlkampf in den nördlichen Provinzen birgt jede Menge Konfliktstoff mit der Zentralregierung in Bagdad
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