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Freitag, 9. November 2012

Presseschau zu Obamas Wiederwahl: "Kein Präsident, der in den Krieg zieht"

Die Zeitungen im Nahen Osten zwischen Algerien und Iran reagieren überwiegend positiv auf die Wiederwahl von Barack Obama. Der Präsident habe in seiner ersten Amtszeit zwar viele Erwartungen enttäuscht, Mitt Romney wäre nach Überzeugung der Kommentatoren jedoch das noch größere Übel geworden. Israelische Blätter fürchten eine weitere Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Obama und Benyamin Netanyahu. Auch in Bahrains Presse schwingt Skepsis gegenüber dem Demokraten mit. Dafür sind sich israelische Kommentatoren mit der syrischen Parteizeitung al-Baath in einem Punkt einig: Obama sei kein Präsident, der einen Krieg im Nahen Osten wolle.

Eine Presseschau von Christoph Dinkelaker, Lea Frehse, Amina Nolte, Dominik Peters, Friedrich Schulze, Bodo Straub und Christoph Sydow

Freitag, 19. Oktober 2012

Das falsche Spiel mit Sanktionen



Ein Kommentar von Helen Staude

Die EU verschärft die Sanktionen gegen den Iran, betroffen sind auch iranische Nachrichtensender. Eutelsat schaltete 19 Sender ab, sie  können in Europa nicht mehr empfangen werden. Der Iran antwortete prompt und stört den Empfang europäischer Sender. Europa ist außer sich.


Am Dienstag war Länderspieltag, WM-Qualifikationen für Brasilien 2014 fanden weltweit statt. Vor den Fernsehern saßen gebannte Fans, feuerten ihre Teams an. Während die Deutschen im Spiel gegen die Schweden ab der 60-Minute nur wenig zu lachen hatten, war es für den Iran ein denkwürdiger Tag. Das Team Melli schlug Gruppenerster Südkorea zu Hause mit 1:0. Trainer Carlos Queiroz kam der Sieg gerade Recht, stand er seit Wochen nach der historischen Niederlage gegen den Libanon in herber Kritik. Umso mehr lobte er nach Abpfiff die Leistung seiner Spieler. „Die Spieler verdienen einen dicken Glückwusch, jeder von ihnen hat die nötige Leistung gezeigt“, sagte der Trainer. Weiter bedankte er sich bei all den Fans für die großartige Unterstützung und bat diese auch für das Spiel gegen Usbekistan fortzusetzen.

Dienstag, 18. September 2012

Wenn Fußball Geschichte schreibt: Historischer Sieg des Libanon gegen Iran

Der Libanon hat das Unmögliche möglich gemacht und schlägt den Iran mit 1:0. Damit ist die Mannschaft von Trainer Theo Bücker der Weltmeisterschaft in Brasilien einen großen Schritt näher gekommen. Eine Teilnahme wäre eine Sensation. Eine Fotostrecke von Björn Zimprich

Die iranische Nationalmannschaft betritt siegessicher den Rasen. 


Montag, 23. Januar 2012

Eine Verpflichtung aus dem „Arabischen Frühling“ und des Israel-Iran-Konflikts

Über die Bedeutung eines gemeinsamen und inklusiven Ansatzes zur Beruhigung der Spannungen im Mittleren und Nahen Osten. Bericht von der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten. Von Ali Fathollah-Nejad

Samstag, 15. Oktober 2011

Der "iranische Terrorplot" in der arabischen Presse: "Man riecht den Krieg"

Eine Presseschau von Christoph Sydow und Björn Zimprich

In der vergangenen Woche machten der amerikanische Justizminister Eric Holder und das FBI Details eines angeblich vom Iran geplanten Attentats auf Adel al-Jubeir, den saudischen Botschafter in den USA, öffentlich. Mansour Arbabsiar, ein mittlerweile inhaftierter Iraner mit amerikanischem Pass, habe gemeinsam mit Gholam Shakuri, einem Mitglied der iranischen Quds-Brigaden, den Anschlag geplant und dafür die Unterstützung eines mexikanischen Drogenkartells gesucht, so die Anklage. "Teile der iranischen Regierung" seien an der Planung beteiligt gewesen.

 Mittlerweile häufen sich auch in der amerikanischen Presse kritische Stimmen, die Zweifel an der Stichhaltigkeit der Vorwürfe anmelden. Zu dilletantisch erscheint ihnen das Vorgehen der angeblichen Verschwörer.

 Auch in den arabischen Zeitungen wird die Darstellung der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden infrage gestellt. Kritiker sehen in der Anklage den Vorwand für einen bevorstehenden Krieg gegen das Regime in Teheran. Die saudische Presse hingegen tobt vor Wut auf die Iraner und will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

 "Wir wissen, dass der Iran nicht die Schweiz ist. Aber ganz sicher sind die Vereinigten Staaten von Amerika auch nicht die Mutter Theresa." Mit dieser Gegenüberstellung leitet Abdel Bari Atwan seinen Kommentar in der in London erscheinenden al-Quds al-Arabi ein.

Mittwoch, 3. August 2011

Innenpolitische Krise im Iran: Machtspiele unter Männern


Eine Analyse von Friedrich Schulze

Die Ränkespiele in der iranischen Führung verwirren Freund und Feind – und heizen das innenpolitische Klima an. Präsident Ahmadinejad probt die Konfrontation mit Revolutionsführer Ali Khamenei – doch wagt er auch den Bruch?

Mittwoch, 27. Juli 2011

Buchrezension: “Der Iran-Konflikt und die Obama-Regierung”

Ein Gastbeitrag von Neslihan Dogan
Der Politologe Ali Fathollah-Nejad hat die amerikanische Außenpolitik gegenüber dem Iran unter der Obama-Regierung in seiner Publikation mit dem Titel “Der Iran-Konflikt und die Obama-Regierung – Alter Wein in neuen Schläuchen?” unter die Lupe genommen und sie auf Veränderungen gegenüber der Vorgängerregierung unter George W. Bush untersucht.

Samstag, 26. März 2011

444 Tage Geiseldrama oder Amerikas erste Konfrontation mit dem radikal-politischen Islam

Ein Beitrag von Malte Gaier, Kollegiat am Max-Weber-Kolleg Erfurt.

Es wurde ein letzter Spießrutenlauf für die verbliebenen 52 Angestellten der US-Botschaft in Teheran, als sie am 20. Januar 1981 am Flughafen durch eine „Tod Amerika!“, „Nieder mit Carter!“ skandierende Menge zu einer abseits bereitstehenden Maschine geführt wurden. Die „Gäste des Ayatollah“ verließen 444 Tage nachdem die Botschaft der USA in Teheran am 4. November 1979 überrannt worden war den Iran in Richtung Ramstein, Deutschland.

Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges wirkte sich die Geiselnahme kurzfristig auf innenpolitische Entwicklungen im revolutionären Iran und in den USA gleichermaßen aus. Sie hinterließ einen Makel sowohl an der internationalen Wahrnehmung des Iran als auch an der Glaubwürdigkeit seiner Diplomatie gegenüber westlichen Staaten. Auf Seiten der USA wurde hingegen deutlich, dass sich abseits der Blockpolitik in der muslimischen Welt eine neue, bis dahin unbemerkt gebliebene und lange unterschätzte Konfliktmatrix entwickelt hatte. Deren Akteure begründeten die Wiedergeburt des politischen Islam zunehmend mit der als neo-imperialistisch, pro-israelisch und anti-muslimisch aufgefassten hegemonialen US-Politik, welche sich in der Region in der jahrzehntelangen Unterstützung autoritärer Regime zur Durchsetzung eigener geostrategischer und wirtschaftlicher Interessen materialisiert hatte. Zusätzlich leiteten der Ausbruch des Iranisch-Irakischen Krieges und der Kampf um Afghanistan dramatische geostrategische und politische Umbrüche in der Region ein, in denen die USA im Irak und in Pakistan neue Bündnispartner fand.

Mittwoch, 9. März 2011

Rafsandschani tritt ab: Superman fällt anders

Irans Ex-Präsident Rafsandschani verliert sein letztes Amt von Gewicht: den Vorsitz im Expertenrat. Irans Hardliner säubern weiter die politische Elite – wirklich vermissen wird man Rafsandschani aber nicht. Wurde ihm das zum Verhängnis?

Donnerstag, 17. Februar 2011

Der Iran und seine klügsten Köpfe – ein Beispiel

Ein Beitrag von S. Alexander

Seit der Berlinale 2011 weiß wohl ein Großteil der deutschen Öffentlichkeit vom Schicksal des iranischen Regisseurs Jafar Panahi, der in seiner Heimat zu einer sechsjährigen Haftstrafe und 20-jährigem Berufsverbot verurteilt worden ist. Sein Verbrechen: er produziert Filme. In den Demokratien dieser Welt würde man solch einen Menschen für seine Werke feiern und ihn seine Arbeit machen lassen. Im Iran ist das anders. Dort werden die klügsten Köpfe des Landes – zumindest diejenigen, die die religiöse Ideologie der Islamischen Republik nicht zu hundert Prozent vertreten oder die moralischen Grenzen des Landes zu überwinden versuchen – in die Gefängnisse abgeschoben, oft ohne ordentliche Prozesse und ohne Rechtsbeistand. Dass die meisten international bekannten iranischen Intellektuellen im Ausland leben und an ausländischen Universitäten lehren, oft in den USA, muss ja schließlich seinen Grund haben.

Montag, 17. Januar 2011

Homosexualität in Gesellschaft und Literatur des mittelalterlichen Iran

von Sebastian Tschorn

Als der iranische Präsident Ahmadinedschad im September 2007 bei einem Besuch der Columbia University erklärte, im Iran gebe es keine Homosexuellen, erntete er Gelächter und Buhrufe aus dem Auditorium. Offenbar existiert für den iranischen Präsidenten nichts, was nicht existieren darf – gilt die Liebe zwischen Männern doch sowohl nach den Gesetzen der Islamischen Republik als auch nach Auffassung eines Großteils der muslimischen Theologen als ein mit dem Tode zu bestrafendes Verbrechen. Eine genauere Betrachtung der persischen Literatur des Mittelalters führt demgegenüber zu dem Schluß, dass erotische Beziehungen zwischen Männern und Jünglingen in langen Phasen der iranischen Geschichte verbreitet und zumindest in den höheren Kreisen der Gesellschaft akzeptiert waren.

Freitag, 15. Oktober 2010

Mahmud Ahmadinejad im Libanon - Hassfigur zu Gast bei Freunden

Das Wichtigste vorab: Er hat es nicht getan. Vor seinem zweitägigen Staatsbesuch im Libanon hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad angekündigt, er wolle einen Abstecher an die israelische Grenze nutzen, um einen Stein auf „das besetzte Palästina“ zu werfen. Auf den Steinwurf über den Grenzzaun verzichtete der Iraner, mit rhetorischen Angriffen auf den jüdischen Staat hielt er sich während seines knapp 40-stündigen Aufenthalts in der Levante aber nicht zurück.

Mittwoch, 25. August 2010

Der Fall Shiva Nazar Ahari - Online-Kampagne für das Leben einer iranischen Bloggerin

Seit dem 20. Dezember 2009 sitzt die iranische Bloggerin und Menschenrechtsaktivisten Shiva Nazar Ahari im Evin-Gefängnis in Teheran. Am 4. September soll der Prozess gegen die 26-Jährige beginnen. In drei Punkten haben die Behörden Anklage gegen die Online-Dissidentin erhoben: Verabredung zur Durchführung eines Verbrechens, Hetze gegen den Staat sowie der schwerwiegendste Vorwurf: „Moharebeh“, Feindschaft gegen Gott. „Moharebeh“ stellt in der Islamischen Republik ein Kapitalverbrechen dar, auf das die Todesstrafe steht.

Dienstag, 6. April 2010

Die Seele der grünen Hände

Mohammad Reza Mortazavi erfindet das Trommeln ganz neu. Mit der Tombak im Gepäck tourt der Iraner zurzeit durch Deutschland. Im Gespräch mit zenith berichtet Mortazavi über musikalische Grenzerfahrungen, die grüne Bewegung im Iran und Mozart

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Donnerstag, 25. März 2010

Veranstaltungshinweis - Europäische Iranpolitik in der Sackgasse?

In dem jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom Februar 2010 wird die von Teheran behauptete Uran-Anreicherung auf 20 Prozent bestätigt, was zur Folge hat, dass der UN-Sicherheitsrat, aber auch die Europäer wieder über neue Sanktionen beraten. Da die bisherige Sanktionspolitik die iranische Regierung allerdings wenig beeindruckt zu haben scheint, stellt sich die Frage, ob weitere Sanktionen der richtige Weg sind.

Diese aktuellen Ereignisse möchte die Deutsche Atlantische Gesellschaft gemeinsam mit dem Referenten Herrn Dr. Walter Posch von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zum Anlass nehmen, um die Frage: "Die Sanktionsspirale dreht sich - Europäische Iranpolitik in der Sackgasse?" zu erörtern und zu diskutieren.

Zu der Veranstaltung am 19. April 2010 in der Stadtbücherei in Münster sind Sie herzlich eingeladen. Das Einladungsschreiben finden Sie hier (PDF).

Freitag, 12. Februar 2010

Iran - Die Revolution verrät ihre Kinder

Am 31. Jahrestag der Revolution ist die Zukunft der Islamischen Republik Iran ungewisser denn je. Der Machtkampf zwischen Regierung und grüner Opposition ist auch ein Aufbegehren der Jugend gegen ein System, das ihr aufgezwungen wurde.

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Dienstag, 29. Dezember 2009

Iran - Auf dem Weg ins Ungewisse

Von Christoph Dinkelaker und Christoph Sydow

Straßenkämpfe in Großstädten von Tabriz bis Shiraz, bis zu 15 getötete Demonstranten – im Iran brennt die Luft. Im Zuge der Beerdigung des regierungskritischen Großayatollahs Hossein Ali Montazeri und der Aschura-Prozessionen sind die Auseinandersetzungen zwischen der grünen Protestbewegung um Oppositionsführer Mir Hossein Moussawi und dem Regierungslager mit seinem (para-)militärischen Sicherheitsapparat in den letzten Tagen eskaliert.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Iran - Zum Tod von Großayatollah Montazeri

Mit Großayatollah Hossein Ali Montazeri ist am Wochenende eine der interessantesten und widersprüchlichsten Figuren der Islamischen Republik Iran gestorben. Der 87-Jährige war seit zwei Jahrzehnten ein scharfer Kritiker der Islamischen Republik und ihres Obersten Führers Ali Khamenei. Der Theologe genoss breite Sympathien im Volk - sowohl unter älteren Iranern, die einst für die Islamische Revolution gekämpft hatten und später enttäuscht wurden, als auch unter den Studenten, die seit der Präsidentenwahl im Juni dieses Jahres offen das System in Frage stellen.

Mittwoch, 11. November 2009

Kriegsgetrommel in saudischer Presse


Von Jannis Hagmann


Thema Nr. 1 in der saudischen Presse sind nun schon seit einer Woche die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen jemenitischen Huthi-Rebellen und saudischen Streitkräften im Südwesten des Königreichs. Die saudischen Zeitungen scheinen ihre ersten Seiten für Fotos siegesgewisser Soldaten und neueste Berichte über "unsere Streitkräfte" reserviert zu haben. In der Universität interessiert sich jedoch kaum jemand für den Konflikt. Die Niederlage gegen die koreanische Fußballmannschaft vor wenigen Tagen sorgte für mehr Gesprächsstoff.


Die Kämpfe brachen letzten Mittwoch aus, als eine Gruppe der schiitischen Huthi-Milizen im Jemen die Grenze zu Saudi-Arabiens Südwest-Region Jazan überschritt. Saudi-Arabien antwortete mit Boden- und Lufttangriffen und berichtete schon kurz darauf, dass es die Lage "unter voller Kontrolle" habe.
Offiziellen Angaben zufolge sind auf saudischer Seite drei Soldaten getötet worden, vier werden noch vermisst. Todesopfer auf der Seite der Huthis sind wahrscheinlich um einiges höher. Über 4000 Jemeniten sollen von saudischen Streitkräften festgenommen worden sein. Hunderte, anderen Berichten zufolge sogar Tausende von Menschen wurden evakuiert oder mussten fliehen.

Sowohl die jemenitische als auch die saudische Regierung streiten Gerüchte ab, denen zufolge das saudische Militär auch auf jemenitischem Staatsgebiet aktiv gewesen sei. Laut AFP erklärte Khalid bin Sultan, der stellvertrende Verteidigungsminister Saudi-Arabiens, allerdings: "We are not going to stop the bombing until [they] retreat tens of kilometres inside [the Yemeni] border". Wie das ohne Grenzübertritt möglich sein soll, ist mir ein Rätsel.



"Unser Militär hat die volle Kontrolle in der Jabal Dakhan-Region"


Die Huthis gehören zur schiitischen Minderheit im Jemen und sind seit Jahren im Konflikt mit der jemenitischen Regierung. Allerings ist nur ein kleiner Teil der sogenannte Za'idi-Schiiten an der Rebellion der Huthis beteiligt.
Gestern schaltete sich Iran in den Konflikt ein und warnte vor einer Intervention der Nachbarstaaten (d.h. Saudi-Arabiens). Iran wird von der jemenitischen Regierung sowie von saudischen Analysten beschuldigt, die Huthis mit Waffen zu versorgen und den Konflikt zu schüren.



Jannis und Nora studieren zurzeit an der King Abdulaziz Universität in Jidda, Saudi-Arabien, Soziologie, Geschichte und Islamwissenschaft. Auf ihrem Blog Berlin goes Saudi schreiben die Beiden über ihre Erfahrungen im Königreich der Menschlichkeit.

Donnerstag, 13. August 2009

Clotilde Reiss

Liebe Leser,

am 1. Juli wurde Clotilde Reiss bei ihrer Ausreise aus Iran am Teheraner Flughafen festgenommen. Der 24-Jährigen wird Spionage und Verschwörung gegen das iranische Regime vorgeworfen. Laut Staatsanwalt Said Mortasawi ist das Verfahren - im Rahmen eines medienwirksamen Schauprozesses - gegen die französische Lektorin mittlerweile beendet. Gegen eine Kaution könne sie möglicherweise das Gefängnis verlassen - sie müsse jedoch in Iran bleiben, bis das Urteil verkündet werde.

Mein Freund Nicolas Kayser-Bril, der mit Clotilde Reiss in Lille studierte und sie näher kennt, äußert sich an dieser Stelle zu den Vorwürfen gegen Clotilde.


By Nicola Kayser-Bril:
Clotilde Reiss has been in an Iranian jail since July 1. She’s been charged with spying and conspiring against the Iranian regime, as you’ve read.

It’s always been clear to me that Clotilde was imprisoned for political reasons. I’ve known her 3 years ago as we were organizing conferences about the Middle East in our university. Her goal was to show us, students, that Iran wasn’t only about the mullahs and nuclear weapons. She was committed to sharing her love of the Iranian world.
Apparently, not everyone knows that. I’m very sad to read that some commenters, writing under articles about Clotilde, hold her responsible for what’s happening to her. See here in Die Kleine Zeitung or in Focus Online, among many others.
I’ll try to get a few facts straights to clarify the situation.

• If she’s in jail, she must be guilty of something.

Innocent until proven guilty stands at the core of any judicial system, even in Iran. That’s why we’ll take a look at the charges before stating on her possible guilt.

• What’s she complaining about? She was looking for trouble.

Actually, Clotilde arrived in Iran months before the election, and she’s had plans to move there for the past 2 years. She didn’t go there at that time on purpose.

• She was stirring trouble against the regime.

The charges related to her involvement in the demonstrations are based on pictures she took with her mobile phone. Would shooting a few pictures of an NPD demonstration in Berlin make you an NPD supporter?


• She’s really a spy.


Clotilde did research for the Commission for Atomic Energy (CEA). This job was a mandatory internship, part of her curriculum. (I did mine at the IT department of Voice of America – Does that make me an American propagandist?) There, she had to explain Iranian politics to the people in charge of the Iranian issue. She was basically reading Iranian newspapers on the internet and summarizing them up. Quite a traditional internship, actually. True, her father works at the CEA. But if you start jailing people because of their parent’s deeds, you’re on a very sloppy ride.

• Yes, she’s a spy. Clotilde sent a report to the French embassy during the riots.

The Iranians really stretched the boundaries of common sense on this one. Seemingly purposefully, the Iranian press agencies covering the trial translated “1-page e-mail” into “report”, so as to confuse us on the nature of the message she wrote.
What’s more, it was sent to the French Institute of Research in Iran, which is linked to the embassy in Tehran. The French have such institutes in every country. Their role is to centralize and help French scholars when they carry out research on the field. These institutes happen to be financed by the Ministry of Foreign Affairs for historical reasons.This way, you understand that she just sent an email to the researchers she was working with.


Clotilde is just a toy in a political game between Iran and France. She was at the wrong place at the wrong time, that’s all.She was never involved in anything for or against the Iranian regime.That’s why we ask for her immediate release and for the charges against her to be dropped.

You can help by signing the petition