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Montag, 12. November 2012

Geschlechtsspezifische Diskriminierung im Libanon: "Gewalt gegen Frauen kennt keine Konfessionen und keine Klassen"


Trotz seines liberalen Images sind im Libanon Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen ein verbreitetes Problem. Gesellschaftlich debattiert wird dieses Thema jedoch kaum. Kafa, die führende Frauenrechtsorganisation des Landes, versucht seit Jahren das Schweigen zu brechen und Frauen vor Gewalt zu schützen. Alsharq sprach mit Hiba Abbani, Projektkoordinatorin bei Kafa, über die Benachteiligung der Frau im Libanon und über eine Gesetzesvorlage, die häusliche Gewalt gegen Frauen unter Strafe stellen soll.

Das Interview führte Maximilian Felsch

Freitag, 9. November 2012

Presseschau zu Obamas Wiederwahl: "Kein Präsident, der in den Krieg zieht"

Die Zeitungen im Nahen Osten zwischen Algerien und Iran reagieren überwiegend positiv auf die Wiederwahl von Barack Obama. Der Präsident habe in seiner ersten Amtszeit zwar viele Erwartungen enttäuscht, Mitt Romney wäre nach Überzeugung der Kommentatoren jedoch das noch größere Übel geworden. Israelische Blätter fürchten eine weitere Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Obama und Benyamin Netanyahu. Auch in Bahrains Presse schwingt Skepsis gegenüber dem Demokraten mit. Dafür sind sich israelische Kommentatoren mit der syrischen Parteizeitung al-Baath in einem Punkt einig: Obama sei kein Präsident, der einen Krieg im Nahen Osten wolle.

Eine Presseschau von Christoph Dinkelaker, Lea Frehse, Amina Nolte, Dominik Peters, Friedrich Schulze, Bodo Straub und Christoph Sydow

Dienstag, 30. Oktober 2012

Schutzlos im Libanon? Die sunnitische Gemeinschaft nach dem Anschlag auf Wissam al-Hassan


Libanons Sunniten sehen im Anschlag auf Geheimdienstchef Wissam al-Hassan am 19. Oktober einen weiteren Verlust an politischem Einfluss und an Sicherheit. Eine zweite »Zedernrevolution« ist dennoch nicht zu erwarten. 

Sonntag, 21. Oktober 2012

Libanon: Machtprobe der Opposition misslingt - Ausschreitungen in Beirut

Statt der geplanten Machtdemonstration zur Beisetzung Wissam al-Hassans  sorgt die libanesische Opposition für Negativschlagzeilen: Nach der Zeremonie kommt es zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Derweil wird der Ruf nach dem Rücktritt der Regierung immer lauter.

Von Björn Zimprich (Beirut) und Bodo Straub. Bilder: Zimprich
Demonstranten vor der Al-Amin Moschee

Samstag, 20. Oktober 2012

Anschlag in Beirut - Fotostrecke

Von Björn Zimprich

Beim Anschlag in Beirut am Freitag den 19. Oktober wurden neben dem Brigadegeneral Wissam Al-Hassan weitere 7 Menschen getötet. Mindestens 78 Personen wurden nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA verletzt. Der Anschlag ereignete sich um 14:47 im Berufsverkehr des Ostbeiruter Stadtteil Achrafieh. Viele Menschen wurden durch umherfliegende Glassplitter verletzt. Die Autobombe soll nach Angaben aus Ermittlerkreisen eine Sprengkraft von ca. 30 Kilogramm gehabt haben.  

Die Aufräumarbeiten im Stadtteil Achrafieh haben begonnen. Arbeiter ersetzen zerstörte Fensterscheiben

Anschlag in Beirut: Ziel bekannt


Aus Beirut berichtet Björn Zimprich

Samstagnachmittag: Ermittler am Anschlagsort in Achrafieh (Foto: Björn Zimprich)
Beirut wurde am Freitagnachmittag von eine schweren Autobombe heimgesucht. Ziel des Anschlages war der Brigadegeneral der ISF Wissam al-Hassan. Das Attentat zielt nicht nur gegen die libanesischen Sicherheitsdienste sondern auch gegen die Oppositionskoalition des 14. März – weckt Erinnerungen an die Anschlagsserie zwischen 2004 und 2008.

Dienstag, 18. September 2012

30 Jahre Sabra und Schatila: Der unfreiwillige Komplize


Mindestens 800 Tote forderte das Massaker christlicher Milizen in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila in Westbeirut. Heute vor 30 Jahren ging es zu Ende. Schon lange ist bekannt, dass die israelische Armee die Milizionäre unterstützte. Vor kurzem freigegebene Dokumente geben Einblick in die Rolle amerikanischer Diplomaten bei einem der schrecklichsten Verbrechen des libanesischen Bürgerkriegs. 

von Bodo Straub

Wenn Fußball Geschichte schreibt: Historischer Sieg des Libanon gegen Iran

Der Libanon hat das Unmögliche möglich gemacht und schlägt den Iran mit 1:0. Damit ist die Mannschaft von Trainer Theo Bücker der Weltmeisterschaft in Brasilien einen großen Schritt näher gekommen. Eine Teilnahme wäre eine Sensation. Eine Fotostrecke von Björn Zimprich

Die iranische Nationalmannschaft betritt siegessicher den Rasen. 


Montag, 10. September 2012

Libanon gegen Australien: Stimmung aus der Dose

Von Björn Zimprich

Zur Einstimmung auf das morgige WM-Qualifikationspiel der libanesischen Nationalmannschaft hier der Spielbericht des Freundschaftsspiels gegen  Australien. 

Qualmverbot im Libanon: Der Rauch verzieht sich

Am vergangenen Montag trat im Libanon ein umfassendes Rauchverbot in öffentlichen Räumen in Kraft. Das Land verliert damit viele potenzielle Krebspatienten, aber auch ein wenig Charme. Ein Nachruf.

Montag, 3. September 2012

Bilder aus Tripoli: Der Krieg ist angekommen

Wie weit reicht der Arm des syrischen Bürgerkriegs in den Libanon? Bewaffnete Zusammenstöße zwischen Alawiten und Sunniten in Libaons Nordmetropole ereignen sich seit Jahren mit trauriger Regelmäßigkeit. Doch in diesem Jahr erreicht die Rivalität zwischen den verfeindeten Stadtviertels Jabal Mohsen und Bab Al-Tabbaneh eine neue Qualität. Im August lieferten sich Milizen und Scharfschützen heftige Gefechte dies- und jenseits der "Syrien-Straße", die die beiden Viertel trennt. Fotograf Philipp Breu hat sich kurz nach dem Ende jüngsten Kämpfe nach Tripoli begeben und die Folgen der Zerstörungen eingefangen.

Dienstag, 14. August 2012

»Ich bin ein Zauberer!«

Unter dem deutschen Trainer Theo Bücker hat die Nationalmannschaft des Libanon erstmals die Chance, sich für die WM 2014 zu qualifizieren. Helen Staude sprach mit Bücker über nervige Verbandsfunktionäre und zu wenig Schlaf. Ein Gastbeitrag von Nahost Fußball.

 

Interview: Helen Staude / Fotos: Björn Zimprich

Montag, 13. August 2012

Wahlreform im Libanon: Verhältnismäßig gut

Ein knappes Jahr vor den Parlamentswahlen hat sich die libanesische Regierung mehrheitlich auf ein neues Wahlgesetz verständigt. Auch wenn viele Details noch verhandelt werden müssen, zeichnen sich bahnbrechende Veränderungen ab. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören eine parlamentarische Frauenquote von 10 Prozent, die Abschaffung des Wahlverbots für Militärangehörige und die Reservierung von zehn Parlamentssitzen zur Repräsentation der Auslandslibanesen. Die bedeutendste und zugleich umstrittenste Neuregelung ist jedoch die erstmalige Anwendung des Verhältniswahlrechts.

Sonntag, 15. Juli 2012

Nachwahlen in Koura - Rhetorische „Entscheidungsschlacht“ in der libanesischen Provinz

Im libanesischen Koura-Distrikt wurde am Sonntag gewählt. Obwohl es nur um die Nachwahl eines Parlamentsitzes ging, wurden große politische Töne bedient. Es wird immer offensichtlicher: Der Bürgerkrieg in Syrien heizt die politische Stimmung in seinem kleinen Nachbarn an. Der Sieg von Fadi Karam geriet dabei fast zur Nebensache. Von Björn Zimprich 

Dienstag, 13. Dezember 2011

Alsharq-Reise in den Libanon 2012

Liebe Leserinnen und Leser,

 neben unserer Reise nach Israel und Palästina bieten wir im kommenden Jahr auch wieder eine Alsharq-Reise in den Libanon an. Vom 31.Mai bis 10.Juni 2012 wollen wir allen Interessierten Kultur, Politik und Natur des Zedernstaates näherbringen.

 Hier findet Ihr den detaillierten Reiseverlaufsentwurf, eine Leistungsbeschreibung sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Hier könnt ihr euch einige Impressionen unserer ersten beiden Alsharq-Reisen in den Libanon ansehen.



Montag, 5. Dezember 2011

Regierungskrise im Libanon: Der gute Zweck ist Definitionssache

Der libanesische Premierminister überweist 32 Millionen Dollar für ein Tribunal, das Hizbollah-Mitglieder verfolgt – und rettet der Hizbollah so die Macht. Geschichte eines kuriosen Kuhhandels.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Bandenkämpfe bei Baalbek

Von Björn Zimprich

Der gewaltsame Tod zweier Menschen am vergangenen Donnerstag wirft ein Schlaglicht auf die Bandenkämpfe zwischen rivalisierenden Familienclans im Bekaa-Tal. Bei einer Schießerei zwischen Angehörigen des Jaafar- und des Rifai-Clans wurde unter anderem ein zehn Jahre altes Kind von einem Querschläger tödlich getroffen. Auslöser der Auseinandersetzung soll laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA ein Entführungsversuch eines Mitglieds der Rifai durch Angehörige der Jaafar gewesen sein. Libanesische Sicherheitskräfte drangen daraufhin in das Gebiet vor und unterbanden weitere Kämpfe.

Sonntag, 25. September 2011

Arbeitsrechte für Palästinenser im Libanon: “Eine schlimme rechtliche Diskriminierung”

Sie leben seit mehr als sechzig Jahren im Land, zum Teil in der dritten Generation; dennoch fehlen den palästinensischen Flüchtlingen im Libanon grundlegende Menschenrechte, wie das Recht auf Arbeit oder auf freie Berufswahl. Zwar hat das libanesische Parlament im August 2010 beschlossen, die Arbeitssituation der Flüchtlinge zu erleichtern, und hat dafür auch viel internationales Lob erhalten – aber viel hat sich nicht gebessert: Die Arbeitsgenehmigungen sind immer noch auf ein Jahr befristet, rund 30 Berufe, vom Ingenieur und Rechtsanwalt bis zum Friseur und Taxifahrer, sind den Palästinensern vorenthalten, und auch bei der Sozialversicherung hat sich kaum etwas getan.

 Souheil el-Natour, Generaldirektor des Human Development Center und Vize-Präsident der Palästinensischen Juristen-Union über die Änderungen des Arbeitsrechts und die Lage palästinensischer Flüchtlinge im Libanon. 

Herr Natour, erinnern Sie sich noch daran, wo Sie am 17. August 2010 waren? 

 Wenn Sie auf mein Zeitgedächtnis zählen denke ich, dass für uns Palästinenser jeder Tag besonders ist. Besonders, wenn sich die Dinge so rasant entwickeln wie jetzt, deshalb, bitte...

 Ich frage deshalb, weil es in den deutschen Medien damals hieß: “Der 17. August 2010 ist ein großartiger Tag für die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon.” 

 Nein, dieser in Anführungsstrichen “großartige” Tag war in Wahrheit gar nicht so großartig. Die traditionelle Politik gegenüber den Palästinensern im Libanon zielte auf die Verweigerung von wirtschaftlichen und sozialen Rechten. Und jetzt stehen wir de-facto vor der Situation, dass den Palästinensern weder das Recht auf Arbeit, noch soziale Sicherheit gewährt wird.

Samstag, 17. September 2011

Patriarch auf Glatteis - Ra´is Fehltritt auf diplomatischem Parkett

Der Aufstand in Syrien - Es gibt dieser Tage kein Thema das brisanter an der östlichen Mittelmeerküste diskutiert wird. Der neue maronitische Patriarch traute sich während eines Staatsbesuchs in Frankreich an das heikle Thema und findet sich in einem PR-Desaster wieder. Kein guter Start auf dem internationalen Parkett!

Samstag, 10. September 2011

Kamal Salibi: Ein Nachruf

Liebe Alsharq-Leser, da die Macher dieses Blogs in akademischer wie persönlicher Hinsicht dem Libanon sehr verbunden sind, vernahmen wir die Nachricht vom Tod des bedeutendsten zeitgenössischen libanesischen Historikers Kamal Salibi mit großer Trauer. Salibis Werk hat ganze Generationen von Studenten der libanesischen Geschichte und Politik geprägt. Für Alsharq würdigt Prof. Axel Havemann vom Institut für Islamwissenschaft der FU Berlin, selbst Schüler Salibis und langjähriger Begleiter unserer eigenen akademischen Laufbahn an der Freien Universität, die Verdienste des Historikers.