„Wir werden die Verantwortlichen für dieses Verbrechen bestrafen.“ Ägyptens Parlamentspräsident Saad al Katatni klang wütend am vergangenen Sonntag. Er war nicht allein. Die überwiegende Mehrheit der Abgeordneten konnte es kaum fassen, dass die wegen Spionage angeklagten amerikanischen und deutschen NGO-Mitarbeiter gegen eine Kaution von 330.000 US-Dollar Ägypten verlassen durften.
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Dienstag, 6. März 2012
Freitag, 24. Februar 2012
Aid al-Qarni - Der saudische Guttenberg
Ein Beitrag von Katharina Mühlbeyer
Aid al-Qarni gehört zu den populärsten Predigern Saudi-Arabiens. Er hat Millionen Anhänger, seine Bücher sind Bestseller. Doch nun hat ihn eine junge saudische Schriftstellerin des Plagiats überführt, wie das saudische Kultur-und Informationsministerium kürzlich bestätigte. In seinem Buch mit dem Titel „Verzweifle nicht“ soll al-Qarni mehrere Passagen aus Salwa al-Oudedans Buch „So bekämpften sie die Verzweiflung“ übernommen haben, ohne dies zu kennzeichnen. Nun muss er nicht nur eine Geldstrafe bezahlen, auch sein Buch soll vom Ladentisch verschwinden, der weitere Vertrieb untersagt werden.
Dieses Urteil, ja der ganze Fall, ist erstaunlich, geht es doch um weit mehr als Fragen geistigen Eigentums. Es geht auch um eine Frau, die sich im konservativen Saudi-Arabien etwas traut, was wohl nicht viele wagen würden: ihre Rechte einzuklagen, auch gegen die Männerfront aus Religion und Politik. Und es geht um einen schillernden Islamisten, der in den vergangenen 30 Jahren eine fundamentale ideologisch-politische Wandlung durchlaufen hat und dessen Position nun ins Wanken zu geraten scheint.
Aid al-Qarni gehört zu den populärsten Predigern Saudi-Arabiens. Er hat Millionen Anhänger, seine Bücher sind Bestseller. Doch nun hat ihn eine junge saudische Schriftstellerin des Plagiats überführt, wie das saudische Kultur-und Informationsministerium kürzlich bestätigte. In seinem Buch mit dem Titel „Verzweifle nicht“ soll al-Qarni mehrere Passagen aus Salwa al-Oudedans Buch „So bekämpften sie die Verzweiflung“ übernommen haben, ohne dies zu kennzeichnen. Nun muss er nicht nur eine Geldstrafe bezahlen, auch sein Buch soll vom Ladentisch verschwinden, der weitere Vertrieb untersagt werden.
Dieses Urteil, ja der ganze Fall, ist erstaunlich, geht es doch um weit mehr als Fragen geistigen Eigentums. Es geht auch um eine Frau, die sich im konservativen Saudi-Arabien etwas traut, was wohl nicht viele wagen würden: ihre Rechte einzuklagen, auch gegen die Männerfront aus Religion und Politik. Und es geht um einen schillernden Islamisten, der in den vergangenen 30 Jahren eine fundamentale ideologisch-politische Wandlung durchlaufen hat und dessen Position nun ins Wanken zu geraten scheint.
Donnerstag, 9. Februar 2012
Der saudische Journalist Hamza Kashgari: Satanische Tweets
Bis zum vergangenen Wochenende war Hamza Kashgari ein junger aufstrebender Journalist aus Saudi-Arabien. Obwohl erst 23 Jahre alt schrieb er regelmäßig eine eigene Kolumne in der Tageszeitung al-Bilad, auf Twitter scharte er eine illustre Fanschar um sich. Doch nun hat die Regierung sämtlichen Zeitungen verboten, Kashgaris Texte weiter zu veröffentlichen, tausende Facebook-User fordern seinen Tod und der junge Mann musste ins Exil nach Südostasien fliehen. Angeblich wurde er mittlerweile in Malaysia festgenommen, das hat die dortige Polizei mittlerweile bestätigt. Hamza Kashgari befindet sich in großer Gefahr. Was ist passiert?
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Religion,
Saudi-Arabien
Mittwoch, 30. November 2011
Revolution belebt das Geschäft - Der Wandel in der arabischen Gesellschaft lässt die Medienlandschaft nicht unberührt
Ein Beitrag von Stefanie Groth.
Seit Jahren bestimmen die Satellitensender Al Jazeera und Al Arabiya die arabische Nachrichtenlandschaft. Nun kündigt sich von mehreren Seiten Konkurrenz an.
Einer, der in Zukunft in der arabischen Medienlandschaft mitmischen möchte, ist der saudiarabische Investor und Milliardär Prinz Waleed bin Talal Al Saud, Mitglied der saudischen Königsfamilie. Er kündigte am 13. September diesen Jahres auf einer Pressekonferenz in Riyadh die Gründung des Senders Alarab als unabhängiges Unternehmen der Rotana Media Group und der Kingdom Holding Company an. Deren Eigentümer ist Waleed selbst, womit Alarab zu seinem Privatunternehmen wird. Der Sender, so Waleed, richte sich als internationaler 24h-Nachrichtensender an das arabisch-sprachige Publikum weltweit. Als mögliche Standorte werden bisher Manama, Doha, Dubai, Abu Dhabi und Beirut gehandelt. Alarab werde über aktuelle Entwicklungen weltweit berichten, mit besonderem Fokus auf politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen in Saudi Arabien und der arabischen Welt. Unterstützung soll dabei der Nachrichten- und Informationsdienstleister Bloomberg LP leisten, mit der Bereitstellung von fünf Stunden des täglichen Finanz- und Wirtschaftsnachrichten-Programms. Ob Alarab tatsächlich 2012 auf Sendung gehen wird, bleibt allerdings abzuwarten.
Seit Jahren bestimmen die Satellitensender Al Jazeera und Al Arabiya die arabische Nachrichtenlandschaft. Nun kündigt sich von mehreren Seiten Konkurrenz an.
Einer, der in Zukunft in der arabischen Medienlandschaft mitmischen möchte, ist der saudiarabische Investor und Milliardär Prinz Waleed bin Talal Al Saud, Mitglied der saudischen Königsfamilie. Er kündigte am 13. September diesen Jahres auf einer Pressekonferenz in Riyadh die Gründung des Senders Alarab als unabhängiges Unternehmen der Rotana Media Group und der Kingdom Holding Company an. Deren Eigentümer ist Waleed selbst, womit Alarab zu seinem Privatunternehmen wird. Der Sender, so Waleed, richte sich als internationaler 24h-Nachrichtensender an das arabisch-sprachige Publikum weltweit. Als mögliche Standorte werden bisher Manama, Doha, Dubai, Abu Dhabi und Beirut gehandelt. Alarab werde über aktuelle Entwicklungen weltweit berichten, mit besonderem Fokus auf politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Themen in Saudi Arabien und der arabischen Welt. Unterstützung soll dabei der Nachrichten- und Informationsdienstleister Bloomberg LP leisten, mit der Bereitstellung von fünf Stunden des täglichen Finanz- und Wirtschaftsnachrichten-Programms. Ob Alarab tatsächlich 2012 auf Sendung gehen wird, bleibt allerdings abzuwarten.
Dienstag, 8. November 2011
Golfstaaten schmieden Allianz mit Jordanien und Marokko
Der Arabische Frühling wird die geostrategische Landkarte des Nahen- und Mittleren Ostens nachhaltig verändern. Noch lassen sich die neuen Machtverhältnisse und zukünftige strategische Bündnisse der Region nicht klar bestimmen, insbesondere weil die außenpolitische Orientierung der nach-revolutionären Regime in Tunis, Kairo und Tripolis gegenwärtig schwer einzuschätzen ist. In Syrien und im Jemen drohen sogar dauerhafte Bürgerkriege, die sich destabilisierend auf ihr jeweiliges regionales Umfeld auswirken. Auf der anderen Seite zeichnet sich bereits seit Mai 2011 eine sicherheitspolitische und ökonomische Allianz der arabischen Monarchien ab, die sich außenpolitisch als Gegengewicht zum Iran formiert und im Inneren der Eindämmung der Reform- und Revolutionsbewegung dient.
Donnerstag, 14. Juli 2011
Was macht eigentlich die Wissenschaft?
Ein Nachtrag zum Kommentar "Panzer für Frauen" von Philipp Dehne
Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Leopard-II-Panzer drängt sich noch eine andere Frage auf, nämlich die nach der Rolle der Wissenschaft in der öffentlichen Debatte. Sicherlich haben sich einzelne Experten wie Volker Perthes oder Guido Steinberg, die an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politikberatung agieren, in den Medien kritisch zu Wort gemeldet. Aber hat man ansonsten eine Reaktion von Wissenschaftlern, die sich mit der Region auseinandersetzen, vernommen? Die Eingrenzung dieser Gruppe von Wissenschaftlern ist schwierig. Für viele Islamwissenschaftler sind zeitgenössische Themen nicht zentral und die wenigsten Politikwissenschaftler beschäftigen sich explizit mit Nordafrika und dem Nahen Osten. Aber dennoch gibt es eine ganze Reihe von Islam-, Politik- und weiteren Sozialwissenschaftlern, die eben dies tun, die über besondere Regionalkenntnisse verfügen und die ich am ehesten als „Regionalwissenschaftler“ bezeichnen würde. Auch wenn diese Gruppe von Wissenschaftlern nur bedingt formal organisiert sein mag, bestehen doch weiträumige Netzwerke zwischen ihnen. Hat sich dieser Personenkreis in der aktuellen Debatte organisiert zu Wort gemeldet? Solch eine Intervention muss an mir vorüber gegangen sein (und ich wäre froh, wenn ich sie übersehen und einfach nicht gründlich genug recherchiert hätte).
Mittwoch, 13. Juli 2011
Panzer für die Frauen
Ein Kommentar von Philipp Dehne
In den letzten Tagen ist viel über den beabsichtigten Verkauf von 200 Leopard-II-Panzern nach Saudi-Arabien geschrieben worden. Klarer sind die Hintergründe der Entscheidung nicht geworden. Dies liegt vor allem daran, dass die Entscheidungsträger der Koalition ihre ursprüngliche Geheimniskrämerei unverblümt fortsetzen. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel und Rainer Brüderle scheint nicht die Verkaufsentscheidung diskussionswürdig, sondern die Tatsache, dass Informationen aus dem Bundessicherheitsrat an die Öffentlichkeit gelangt sind. Einige der an der Entscheidung im Bundessicherheitsrat Beteiligten redeten vage von „strategischen Sicherheitsinteressen“ oder Saudi-Arabien als „einem der wichtigsten Stabilitätsanker in der Region“.
In den letzten Tagen ist viel über den beabsichtigten Verkauf von 200 Leopard-II-Panzern nach Saudi-Arabien geschrieben worden. Klarer sind die Hintergründe der Entscheidung nicht geworden. Dies liegt vor allem daran, dass die Entscheidungsträger der Koalition ihre ursprüngliche Geheimniskrämerei unverblümt fortsetzen. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel und Rainer Brüderle scheint nicht die Verkaufsentscheidung diskussionswürdig, sondern die Tatsache, dass Informationen aus dem Bundessicherheitsrat an die Öffentlichkeit gelangt sind. Einige der an der Entscheidung im Bundessicherheitsrat Beteiligten redeten vage von „strategischen Sicherheitsinteressen“ oder Saudi-Arabien als „einem der wichtigsten Stabilitätsanker in der Region“.
Samstag, 16. April 2011
Schiiten in Saudi-Arabien: „Autoritäre Monarchen können nie Stabilität garantieren“
Seit Februar tobt auch im Golfstaat Bahrain ein Volksaufstand. Mit Hilfe seiner arabischen Nachbarländer, allen voran Saudi-Arabiens, schlägt das Königshaus die Protestbewegung gewaltsam nieder. Mindestens 30 Menschen wurden bei den Unruhen getötet, etwa hundert gelten vermisst. Etwa 500 Oppositionelle werden als politische Gefangenen festgehalten. Allein in den letzten zehn Tagen sind nach staatlichen Angaben vier von ihnen in der Haft gestorben. Der Großteil der Opfer sind Schiiten.
Die Aufstandsbewegung in Bahrain bewegt auch die schiitische Minderheit in Saudi-Arabien, die größtenteils in der Ostprovinz, nahe der Grenze zum kleinen Nachbarn lebt. Auch dort gehen Schiiten auf die Straße um für ihre Rechte zu protestieren und ihre Solidarität mit den Bahrainis zu bekunden.
Wir haben zwei wichtige Vertreter der saudischen Schiiten nach ihrer Einschätzung der Entwicklungen in der Region befragt. Jafar al-Shayeb ist Publizist, politischer Aktivist und gewählter Vorsitzender des Stadtrats von Qatif in Saudi-Arabiens Ostprovinz. Tawfiq Alsaif ist ehemaliger Generalsekretär der islamistischen schiitischen Oppositionsbewegung „Organisation der Islamischen Revolution auf der Arabischen Halbinsel“ (OIR).
Wir haben beide Interviewpartner unabhängig voneinander befragt. Da wir beiden jedoch die gleichen Fragen stellten, haben wir uns entschlossen beide Interviews gemeinsam zu veröffentlichen. Die Fragen stellten Christoph Dinkelaker und Christoph Sydow.
Die Aufstandsbewegung in Bahrain bewegt auch die schiitische Minderheit in Saudi-Arabien, die größtenteils in der Ostprovinz, nahe der Grenze zum kleinen Nachbarn lebt. Auch dort gehen Schiiten auf die Straße um für ihre Rechte zu protestieren und ihre Solidarität mit den Bahrainis zu bekunden.
Wir haben zwei wichtige Vertreter der saudischen Schiiten nach ihrer Einschätzung der Entwicklungen in der Region befragt. Jafar al-Shayeb ist Publizist, politischer Aktivist und gewählter Vorsitzender des Stadtrats von Qatif in Saudi-Arabiens Ostprovinz. Tawfiq Alsaif ist ehemaliger Generalsekretär der islamistischen schiitischen Oppositionsbewegung „Organisation der Islamischen Revolution auf der Arabischen Halbinsel“ (OIR).
Wir haben beide Interviewpartner unabhängig voneinander befragt. Da wir beiden jedoch die gleichen Fragen stellten, haben wir uns entschlossen beide Interviews gemeinsam zu veröffentlichen. Die Fragen stellten Christoph Dinkelaker und Christoph Sydow.
Dienstag, 12. April 2011
Islamismus, Politischer Islam und Islamstudien in Europa - Eine saudisch-französische Perspektive auf gängige Begriffe
Ein Gespräch von Lea Müller-Funk
Mahmud greift zu einer Zigarette, verfolgt mit einem Auge die Nachrichten am Bildschirm und bietet mir Tee an. Seine winzige Pariser Wohnung im sechsten Stock gibt den Blick frei über die Dächer von der Seine-Metropole. Mahmud kommt aus Riad und studierte dort Linguistik und Französisch. Seit vier Jahren lebt er in Frankreich und absolvierte dort ein Masterprogramm für Middle Eastern Studies.
In Saudi-Arabien aufgewachsen, erhielt Mahmud eine klassische Ausbildung in einer Koranschule und blieb auch während seines Studiums Mitglied einer Koranschule und Pressesprecher einer seiner Meinung nach islamistisch geprägten Studentenvereinigung. Heute hat sich für Mahmud viel geändert. Mahmud glaubt nicht mehr an Gott, trinkt Wein und isst fröhlich französische Charcuterie.
Ein Gespräch über Islamismusstudien in Europa und die unterschiedliche Wahrnehmung von Begriffen: Eine Gegenüberstellung von Innen- und Außenansicht.
Mahmud greift zu einer Zigarette, verfolgt mit einem Auge die Nachrichten am Bildschirm und bietet mir Tee an. Seine winzige Pariser Wohnung im sechsten Stock gibt den Blick frei über die Dächer von der Seine-Metropole. Mahmud kommt aus Riad und studierte dort Linguistik und Französisch. Seit vier Jahren lebt er in Frankreich und absolvierte dort ein Masterprogramm für Middle Eastern Studies.
In Saudi-Arabien aufgewachsen, erhielt Mahmud eine klassische Ausbildung in einer Koranschule und blieb auch während seines Studiums Mitglied einer Koranschule und Pressesprecher einer seiner Meinung nach islamistisch geprägten Studentenvereinigung. Heute hat sich für Mahmud viel geändert. Mahmud glaubt nicht mehr an Gott, trinkt Wein und isst fröhlich französische Charcuterie.
Ein Gespräch über Islamismusstudien in Europa und die unterschiedliche Wahrnehmung von Begriffen: Eine Gegenüberstellung von Innen- und Außenansicht.
Dienstag, 15. März 2011
GCC-Einmarsch in Bahrain: Der Bündnisfall
Von Nils Metzger und Christoph Sydow
Rund 1000 saudi-arabische Soldaten sind gestern Mittag ins Nachbarland Bahrain vorgerückt. Den Bürgerkrieg in Libyen vor Augen, setzt der Golfkooperationsrat auf eine multinationale Brigade. Heute verhängte Bahrains König den Ausnahmezustand. Der Konflikt droht zu eskalieren.
Rund 1000 saudi-arabische Soldaten sind gestern Mittag ins Nachbarland Bahrain vorgerückt. Den Bürgerkrieg in Libyen vor Augen, setzt der Golfkooperationsrat auf eine multinationale Brigade. Heute verhängte Bahrains König den Ausnahmezustand. Der Konflikt droht zu eskalieren.
Freitag, 4. März 2011
Protestaufrufe in Saudi-Arabien: Vormärz in Riad?
Saudi-Arabien gehört zu den wenigen Ländern, in denen die arabische Protestbewegung bislang nicht Fuß gefasst hat. Das könnte sich schon bald ändern. Via Internet fordern Saudis Reformen und rufen zu Kundgebungen auf. König Abdullah versucht seine Untertanen mit Geldgeschenken zu besänftigen.
Donnerstag, 26. August 2010
TV-Soap »Tash ma Tash« in Saudi-Arabien: Vielmännerei im Ramadan
Von Jannis Hagmann
Wie schon in den vergangenen Jahren erhitzt die saudische TV-Soap »Tash ma Tash« auch in diesem Ramadan die Gemüter in Saudi-Arabien. Aktuelles Streitthema: eine polygame Ehe – doch ist es die Frau, die vier Ehemänner hat. Und einen fünften will…
Wie schon in den vergangenen Jahren erhitzt die saudische TV-Soap »Tash ma Tash« auch in diesem Ramadan die Gemüter in Saudi-Arabien. Aktuelles Streitthema: eine polygame Ehe – doch ist es die Frau, die vier Ehemänner hat. Und einen fünften will…
Dienstag, 3. August 2010
Abdallah und Assad in Beirut: Honeymoon für ein paar Stunden
Syriens Präsident Baschar al-Assad und König Abdallah von Saudi-Arabien demonstrieren Einigkeit beim Mini-Gipfel von Beirut. Ein Konsens über den Umgang mit dem UN-Sondertribunal zum Hariri-Mord soll auch die tiefen Gräben kitten, die der Anschlag 2005 aufgeworfen hatte
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Samstag, 31. Juli 2010
Golfaraber im Sommerurlaub: Erbarme, die Saudis kommen
Jedes Jahr dasselbe Ritual. In den Sommermonaten strömen Touristen aus den Golfstaaten in die arabischen Nachbarländer. Abgesehen vom Hauptziel Libanon locken auch Ägypten oder Jordanien mit unbekannten Freiheiten. Wirklich willkommen sind die zahlungskräftigen Gäste aber selten
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Donnerstag, 1. April 2010
Schweizer baut erste Kirche in Saudi-Arabien
Noch in diesem Jahr beginnt in Riad der Bau der ersten Kirche in Saudi-Arabien. Dies erklärte Religionsminister Prinz Majnun bin Saud gestern in einem Interview mit der Zeitung al-Salib. Die Kirche wird nach Plänen des Schweizer Architekten Urs Rütli errichtet. Der Bau soll ein architektonischer Meilenstein im Stadtbild Riads werden. Besonders der Kirchturm hat das Potential eine Sehenswürdigkeit in der Wüstenmetropole zu werden.
Freitag, 26. März 2010
Tödlicher Aberglaube
von Sara Mehring
An saudischen Gerichten werden immer mehr Menschen wegen Zauberei angeklagt und mit drakonischen Strafen belegt. Die religiöse Rechtfertigung überdeckt das eigentliche Problem: Dem Rechtssystem des Königreichs fehlen verbindliche Standards und vor allem ein Strafgesetzbuch.
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An saudischen Gerichten werden immer mehr Menschen wegen Zauberei angeklagt und mit drakonischen Strafen belegt. Die religiöse Rechtfertigung überdeckt das eigentliche Problem: Dem Rechtssystem des Königreichs fehlen verbindliche Standards und vor allem ein Strafgesetzbuch.
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Montag, 22. März 2010
Die Rolle der Bourgeoisie in Saudi-Arabien
Liebe LeserInnen,
Said Khalid Scharaf stellt im Folgenden seinen Artikel "Institutioneller Wandel und die Rolle der Bourgeoisie in Saudi-Arabien" vor, der kürzlich in Ulrike Freitags Aufsatzband "Saudi-Arabien: Ein Königreich im Wandel?" erschienen ist.
Wer regiert eigentlich in Saudi-Arabien? Die Antwort auf diese Frage scheint so offensichtlich, dass ihr selten nachgegangen wird. Als absolute Monarchie hat der König natürlich die absolute Autoriät inne. Aber wie genau kommen seine Entscheidungen zustande? Der Begriff "Realpolitik" trifft es in diesem Fall recht genau. Nicht nur in demokratischen Systemen, auch im Falle des saudischen Königreichs ist das Zustandekommen politischer Entscheidungen ein komplexer Prozess, und in beiden Fällen spielen Lobbygruppen eine wichtige Rolle.
Eine für Saudi-Arabien bisher vernachlässigte Lobbygruppe oder Interessengemeinschaft ist die saudische Bourgeoisie. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es im Königreich nicht üblich ist über Besitzverhältnisse zu sprechen, ist ihr Einfluss kaum untersucht worden. Dass Verbindungen zwischen der politischen und der wirtschaftlichen Elite ungerne offen thematisiert werden, hat mit der informellen Natur dieser Verbindung zu tun.
Eine für Saudi-Arabien bisher vernachlässigte Lobbygruppe oder Interessengemeinschaft ist die saudische Bourgeoisie. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es im Königreich nicht üblich ist über Besitzverhältnisse zu sprechen, ist ihr Einfluss kaum untersucht worden. Dass Verbindungen zwischen der politischen und der wirtschaftlichen Elite ungerne offen thematisiert werden, hat mit der informellen Natur dieser Verbindung zu tun.
Mittwoch, 17. März 2010
Das fünfte Rad am Wagen? - Die Schia in Saudi-Arabien
Liebe LeserInnen,
im Folgenden skizziere ich knapp die Situation der Schiiten in Saudi-Arabien. Mit diesem Thema habe ich zum Aufsatzband "Saudi-Arabien: Ein Königreich im Wandel" beigetragen. Das Buch ist ab heute im Handel erhältlich. Fragen zu meinem Aufsatz beantworte ich gerne.
im Folgenden skizziere ich knapp die Situation der Schiiten in Saudi-Arabien. Mit diesem Thema habe ich zum Aufsatzband "Saudi-Arabien: Ein Königreich im Wandel" beigetragen. Das Buch ist ab heute im Handel erhältlich. Fragen zu meinem Aufsatz beantworte ich gerne.
Saudi-Arabiens Schiiten stellen mit etwa einem Zehntel Anteil an der Gesamtbevölkerung eine Minderheit im Königreich dar. In der ölreichen Ostprovinz, auf deren Ressourcen die wirtschaftlliche Stärke und der relative Reichtum des Rentierstaats basieren, bildet die Schia dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit die absolute Mehrheit. Dies hindert das Herrscherhaus jedoch nicht daran, die Glaubensströmung in vielfacher Hinsicht zu diskriminieren.
Samstag, 6. März 2010
Saudi-Arabien: Ein Königreich im Wandel?
Liebe Leserinnen und Leser,gestattet uns ein wenig Werbung in eigener Sache zu betreiben. Im Folgenden soll ein Band über dynamische, interne Prozesse in Saudi-Arabien vorgestellt werden, zu dem ich mit einem Aufsatz zur Situation der schiitischen Minderheit im Königreich beigetragen habe.
Mit dem Königreich Saudi-Arabien werden die meisten einige wenige Schlagwörter verbinden: Etwa den vermeintlich unendlichen Reichtum, der auf den weltweit größten bekannten Ölreserven beruht. Oder die scheinbar unmenschliche Unterdrückung der Frau durch ein ohnehin autoritäres System. Schließlich das Königreich als Hort eines gewaltbereiten islamischen Fundamentalismus, nicht von ungefähr waren die Attentäter vom 11. September überwiegend Saudis.
Die Realität stellt sich differenzierter dar: Die Autorinnen und Autoren des Bands setzen sich mit innergesellschaftlichen Debatten und Veränderungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur auseinander, die in den hießigen Medien gerne übersehen beziehungsweise ausschließlich negativ wahrgenommen werden. Beispielsweise nimmt sich Julia Clauß "Literarischen Grenzgängen" in Form des neuen saudischen Romans an. Philipp Dehnes und Larissa Schmids Beiträge beschäftigen sich dagegen auf unvoreingenommene Weise mit der saudische Geschlechterpolitik und der Situation von Arbeitsmigranten. Schließlich werden aktuelle politische Debatten in Saudi-Arabien aufgegriffen: Exemplarisch sei auf Frauke Drewes Aufsatz verwiesen, der das Refrompotential des Nationalen Dialogforums untersucht.
In den kommenden Wochen werden einige Autorinnen und Autoren ihr Thema auf Alsharq vorstellen. Hier gehts zum Inhaltsverzeichnis.
"Saudi-Arabien: Ein Königreich im Wandel?" ist in wenigen Wochen im Handel erhältlich. Heraususgeberin ist Ulrike Freitag, Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin und Leiterin des Zentrums Moderner Orient in Berlin.
Freitag, 18. Dezember 2009
Jemen - Gewalt im Namen der Einheit
Nicht nur Deutschland feiert 2010 den 20. Jahrestag seiner Wiedervereinigung. Auch im Jemen erinnert man im kommenden Jahr an die Vereinigung Nord- und Südjemens im Mai 1990. Im Vorfeld des Jahrestages wird die Einheit des Landes an der Südspitze der Arabischen Halbinsel jedoch mehr denn je in Frage gestellt. Im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien kämpft der Staat gegen die Houthi-Rebellen, im Süden fordern Demonstranten auf wöchentlichen Kundgebungen mehr Autonomie. Außerdem wird die Regierung seit Jahren vom Terrornetzwerk al-Qaida herausgefordert.
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