Liebe Leserinnen und Leser,
ich bin momentan in Jerusalem, um ein Kompendium zu israelischen und palästinensischen Parteien und Bewegungen zu schreiben. Das Buch wird voraussichtlich im Spätsommer erscheinen.
Als Vorgeschmack hier nun ein Interview mit Khalida Jarrar, Abgeordnete im Palästinensischen Legislativrat für die marxistische Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Die PFLP ist in Europa vor allem durch ihre spektakulären Flugzeugentführungen in den 1970er-Jahren bekannt. Bis heute wird die Partei sowohl von den USA als auch von der EU als terroristische Organisation eingestuft. Alsharq sprach mit Khalida Jarrar über die Vergangenheit und die Zukunft der Volksfront.
Welchen Platz nimmt die PFLP im palästinensischen Parteiengefüge ein?
Die PFLP ist eine wahrhaft linke Partei. Wir glauben an den Marxismus und seine Thesen vom Klassenkampf. Daher haben wir einen umfassenden, das heißt politischen, sozialen und ökonomischen Blick auf die gegenwärtige Besatzungssituation und ihre Auswirkungen auf die Palästinenser. Um die Besetzung zu überwinden glaubt die PFLP an sämtliche Formen des Widerstands, die das internationale Recht einem Volk, dessen Land besetzt wird, einräumt.

